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NewCatch - online exclusive

Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2003-11-10

Avram Kokhaviv

Kulturelle Ursprünge und Folgen des Staatsverbrechens par excellence

Der Holocaust wird vermarktet und politisch mißbraucht

Wie die offizielle Meinungspolitik der Deutschen diese von neuem belastet

Norman G. Finkelstein: Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird. Aus dem Amerikanischen von Helmut Reuter. Die englische Originalausgabe erschien 2000 unter dem Titel "The Holocaust Industry" bei Verso in London. Deutsche Ausgabe: © Piper Verlag GmbH, München 2001

Am gestrigen Sonntag war Norman Finkelstein zu Gast bei Sabine Christiansen...

Er kann die "orchestrierte Hysterie" um den Fall Hohmann nicht verstehen... - ob die Deutschen nicht andere Sorgen hätten, sie sollten sich mit den Unterdrückten, also etwa mit den Palästinensern solidarisieren, nicht mit dem jüdischen Establishment...

In Hohmanns Rede, die sich mit der Russischen Oktoberrevolution von 1917 befaßt, kann Finkelstein keinen Auschwitz-Zusammenhang erkennen... - die Deutschen könnten stolz auf sich sein, sie haben viel Gutes geleistet, zum Beispiel jüngst mit ihrer Weigerung, sich am Iraq-Krieg zu beteiligen...

Mit Blick auf den ehemaligen Linken Otto Schily, der neben ihm saß, äußerte Finkelstein sein Erstaunen über den Schreck, den Hohmanns Worte über die relativ hohe jüdische Beteiligung an der kommunistischen Revolution ausgelöst haben.

Für die revolutionäre Linke - ob jüdisch oder nicht - waren einst revolutionäres Engagement und Solidarität der jüdischen Intellektuellen mit der Arbeiterbewegung ein Grund uneingeschränkten Stolzes.

Was kümmerte es einen jüdischen Kommunisten, daß Deutschlands Goebbels das Gute ins Schlechte verkehrte.

Wer allerdings 1058 (!) Jahre nach Goebbels das historische Verdienst der jüdischen Revolutionäre als Makel ansieht, reagiert auf Hohmann wie dieser - und Goebbels! - auf die "jüdische" Revolution, die nur leider keine war.

In Amerika, so Finkelstein, erzählt man sich Witze, die Welt sei verdreht: der bekannteste Rap-Sänger ein Weißer, der beste Golfer ein Schwarzer, und die Deutschen wollen keinen Krieg.

Sein Holocaust-Buch hat bei Deutschlands "Korrekten" natürlich keinen Zuspruch erfahren, allerdings auch keinen Widerspruch, Finkelstein wurde weggeschwiegen, dennoch kann man erleben, wie sich Moderatoren mit Blicken und Mimik verraten.

Die Christiansen - der Kabarettist Schramm nannte sie die Toilettenfrau der ARD, wahrscheinlich, weil sich da die Leute auslassen - signalisierte zunächst Hochmut gegenüber dem Amerikaner Finkelstein, um dann durchblicken zu lassen, daß ihr die uneingeengten Worte des Unangepaßten für die aktuelle Diskussion ganz recht waren; auch wenn sie das schnell wieder korrigierte, indem sie Weite und Enge den falschen Parteien zuschrieb: man könne das in Deutschland wohl nicht so eng sehen... - was im Klartext heißen soll, daß wir es in Deutschland so eng wie hier usus sehen müssen.

Finkelstein fährt schweres Geschütz auf, wenn er die "Holocaust-Industrie" bekämpft und die Opfer des Holocaust gegen die Anmaßungen und Unverschämtheiten dieser Branche in Schutz nimmt, die Menschen verteidigt gegen die Übermacht der Apparate.

Norman Finkelstein ist ein Gerechter, und es ist ihm mit wenigen Worten gelungen, die deutschen Talker von Otto Schily über den evangelischen Landesbischof von Berlin und Brandenburg Wolfgang Huber* bis Laurenz Meyer zu beschämen, obwohl man so was ja nicht tun soll, doch hier war es angemessen und nötig.

* Bischof Huber seinerseits ist von Kritik nicht verschont geblieben.

Im Falle Hohmann - ein neuer Fall Bundesrepublik Deutschland - hat sich die politische Kaste wieder einmal selber vorgeführt.

Über Hohmann und Günzel ist viel gequatscht worden, doch nicht ein Sender - denn Angst haben sie alle - lud die Bequatschten ein, um sie zu dem Theater - heißt: ihre Theater-Kritik! - zu hören.

Die Deutschen haben keinen Stil, könnte man meinen, aber das wäre ungerecht, die Deutschen als Volk kommen gar nicht zu Wort, nur dann und wann in Zeitungsforen, und das auch nur, um zu fokussieren, ob die Menschen - mal wieder - von der politischen Korrektheit abgekommen seien.

Die Deutschen haben keine Demokratie, keine gültigen Grundrechte mehr...

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