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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2003-11-10

Avram Kokhaviv

Globalisierung gegen Globalisierung

Ist der Trend ein Trend oder eine Episode?

Markus Balser, Michael Rauchmüller: Die 10 Irrtümer der Globalisierungsgegner - wie man Ideologie mit Fakten widerlegt. © Eichborn AG, Frankfurt am Main, September 2003

Die Globalisierung des Islam und des proletarischen (oder talibanischen) Klassenkampfes tauscht - logischerweise - nicht die Hülle, sondern ihre Inhalte aus.

Die Fragestellung wird umgekrempelt; so haben wir es mit mehr als "10 Irrtümern der Globalisierungsgegner", mit mehr als nur "Irrtümern" zu tun.

Die Autoren wenden sich Kritikern und Gegnern zu, die ins System gehören.

Der Umweltschutz irrt nicht, wenn er letztlich die "Unterentwickelten" an der Entwicklung hindert.

Der Kinderschutz irrt nicht, wenn er den armen Bauern und Handwerkern die - auch in Europa traditionelle - Mitarbeit der Kinder - ihre praktische und theoretische Früh-Erfahrungslehre - verbietet.

Die Organisationen wider die Wirtschaftsmacht tun ihr einen großen Gefallen.

Die NGO - Non-Governmental Organizations - sind eine Scheinopposition zwecks Verhinderung einer proletarischen Selbstverteidigung.

Die proletarischen Bauern und Handwerker müssen die moderne Herausforderung annehmen, müssen verstehen, daß sie durch ideologisch verhüllte Vorgaben kriminalisiert und entmündigt werden sollen.

Ich behaupte, daß die meisten Menschen bereits verstanden haben...

Sie warten ab - ihre Zeit, die historische Gelegenheit...

... wissen, daß es so nicht weitergehen kann.

Die weltweiten Ängste der Menschen sind berechtigt, ihre Ursachen bedrohlicher, als gemeinhin offen ausgesprochen wird.

Ganze Kontinente heimsuchende Epidemien sind Essentials des Systems wie die "Arbeitslosigkeit", die systematische Entwertung der Arbeitskraft, ihr rasanter Kursverfall an der Leistungsbörse, dem "Arbeitsmarkt"...

Die organisierten Globalisierungsgegner sind eine Wiederauflage der alten Friedensbewegung mit scheinbar neuem Programm.

Der Kampf gegen die neo-liberale Globalisierung ist der alte Kampf gegen den Imperialismus des Großkapitals.

Dieser Kampf entbehrt jedoch der geschichtlichen Legitimität, wenn er die Klassenproblematik - die dem kapitalistischen System immanent, also eine äußere und innere (!) Angelegenheit der "Ersten Welt", nein, der gesamten Menschheit ist - nicht als grundlegend für den richtigen Denkansatz erkennt.

Die Armen unter den Reichen wie die Reichen unter den Armen - diese Problematik trennt die Welt quer durch alle Systeme, Gesellschaften, Staaten hindurch.

Die "reichen Länder" sind zugleich arme Länder, und die "armen Länder" hüten und horten oft einen enormen Reichtum.

Beides bleibt verborgen unter der ideologischen Aufteilung unserer einen Welt in Erste, Zweite, Dritte und Vierte...

Unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe schieben die politischen Kasten - diese bevorzugten Diener ihrer herrschenden Klassen - Reichtümer von einer in die andere "Welt".

Das Bestreben, konkurrierende und potentiell konkurrierende Länder vom offenen Wettbewerb auszuschließen, den freien Handel im Eigeninteresse des etablierten Freihandels zu unterlaufen, ist ebenso logisch wie unübersehbar.

Der Neo-Liberalismus ist eine geschlossene Gesellschaft, die sich - als offene deklariert - nun selber Schwierigkeiten macht, was wiederum mit NGO-Hilfe neutralisiert werden kann.

Die wundersame Elektronisierung der entscheidenden Lebensbereiche "befreit" von den bislang notwendigen Arbeitskräften...

Sklaverei ist tendenziell nur noch reproduktiv im Gange.

Ja, Wissen ist Macht... - womit die klassenpolitische Systematik hinter der "Pisa-Studie" ihre abschließende Erklärung findet.

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