2003-10-21
Kunduz plus was?
Deutschland und das Organisierte Verbrechen
Im Rahmen des erweiterten Einsatzes werden Kräfte zur Sicherung des Arbeitsumfeldes des Personals, das zur weiteren Implementierung der Bonner Vereinbarung von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen in den hierfür bestimmten Gebieten eingesetzt wird, gestellt. Darüber hinaus gewähren ISAF-Kräfte - gegebenenfalls im zeitlich befristeten Einsatz zur Unterstützung spezifischer Ereignisse und Prozesse - insbesondere Unterstützung bei der Reform des Sicherheitssektors sowie der Überwachung der Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration ehemaliger Kombattanten und tragen zur zivil-militärischen Zusammenarbeit bei. Sie wirken vor allem auch bei der Absicherung von Wahlen mit.
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Gebiete, in denen ein ISAF-Einsatz erfolgt, auch temporäre Einsatzorte, richten sich nach zwischen der NATO und der vorläufigen Regierung Afghanistans zu treffenden Vereinbarungen, die den jeweiligen Entwicklungen vor Ort angepaßt werden müssen.
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Der Bundeswehreinsatz in Kunduz ist in gewisser Weise eine Schmunzelgeschichte, die einem gleich aber den Rücken hinunter rieselt.
Nach dem Entwurf der Regierung sollen in Afghanistan 2250 deutsche Soldaten stationiert werden und zum Einsatz kommen, davon 450 in Kunduz.
Ihr Einsatz dient u.a. der Wahlhilfe, denn da soll ja die Demokratie eingeführt werden.
Bis man merkt, daß solche Hilfe nur nachgeschoben wurde, um anderes, weitaus wichtigeres zu überdecken.
Die deutschen Militärkräfte haben vor allem Sicherheitsaufgaben wahr zu nehmen, so sollen sie zum Beispiel Waffen einsammeln, d.h. bewaffnete Taliban, wenn die sich erwischen lassen und so eine Prozedur dulden, entwaffnen - was man ohne weiteres als "Wahlhilfe" verstehen kann, denn ein selbstbewußtes, bewaffnetes Volk geht unter den gegebenen Umständen nicht zur Wahlurne, sondern kämpft um seine Freiheit.
Jetzt kommt der Einwand von dem grandiosen Herrn Pflüger, seines Zeichens außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU, die Bundeswehr solle sich aber um Himmels willen nicht mit den Drogenbaronen anlegen, solle sich nicht am Kampf gegen das illegale Drogengeschäft beteiligen, das aber hat in Kunduz seinen Hauptsitz.
Die Deutschen könnten solchen Gefahren leicht ausweichen, indem sie gar nicht erst nach Kunduz gingen, sondern anderswohin, oder einfach zu Hause blieben, obwohl ein Anti-Drogen-Einsatz noch am ehesten als "Verteidigung Deutschlands am Hindukusch" interpretiert werden könnte, das soll aber auf Wunsch der CDU nicht sein, und die rot-grüne Regierungskoalition hat gegen diese Pflüger-Initiative wohl auch gar nichts einzuwenden.
Pflüger sorgt sich nicht um die deutschen Soldaten, denn sonst würde er sich gegen jeden Afghanistan-Einsatz aussprechen.
Nun fragt man sich natürlich, wie es zu solchen Ungereimtheiten überhaupt erst kommen konnte.
Es reimt sich zusammen, wenn man folgendes bedenkt:
Die Drogenbarone sind Verbündete in der Anti-Terror-Koalition; ISAF und Organisiertes Verbrechen sind Komplizen im Krieg gegen die talibanischen Mudjahedin.
Der Kampf gegen die Drogen-Mafia in Afghanistan sollte den Deutschen ein vornehmstes Ziel sein, aber solche Strapazen wollen sie gar nicht erst auf sich nehmen, warum dann aber gerade Kunduz?
Denn wenn die Drogen-Mafia die Region um Kunduz fest im Griff hat, was sollen die Deutschen da noch ausrichten, etwa das Verbrechen vor dem islamischen Djihad schützen?
Deutschland steht kurz vor dem Staatsbankrott, und da leistet es sich solche Eskapaden, so ein Einsatz kostet Geld und bringt nichts ein.
Oder liegen die Dinge ganz anders?
Sieht "Deutschland" hier die einmalige Gelegenheit, sich aus seiner Haupt-Misere zu befreien, indem es ins Drogengeschäft - an der Produktion ist die chemisch-pharmazeutische Industrie ohnehin schon beteiligt - auch politisch einsteigt, um den Berliner Staatshaushalt zu sanieren?
Die verrücktesten Einfälle kommen der Realität meist am nächsten.
Was spricht eigentlich dagegen?