2003-10-02
Indizien, Belege und die logischen Zusammenhänge
Verseuchung ist kein Waffengang, und das Unglaubliche wird glaubhaft diskutiert
Wonach kein Hahn mehr kräht
Wolfgang Eggert (Hrsg.), Die Geplanten Seuchen. Aids - Sars und die militärische Genforschung. Erstausgabe 2003. Beim Propheten! Verlag, München
Zugegeben, dieser ganze Komplex wirkt wie ein psychologischer Komplex, als hättest du dich auf etwas kapriziert, das es nicht wirklich gibt, dein Wissen tritt in den Hintergrund, du gestehst ihm das Recht nicht zu, dir die Welt zu verderben, es darf nicht sein, also ist es nicht, du hast dich eben geirrt; je weiter du dich davon entfernst, desto ungewisser wird alles, wahrscheinlich ist es eine der zahlreichen Verschwörungstheorien, und dann erinnerst du dich, daß es Verschwörungen tatsächlich gibt und die Komplizen ihren Entdeckern den Vogel zeigen: ihr habt euch geirrt, die Wahrheit, die ihr entdeckt habt, ist ein Phantom, euer Irrtum ist ein Irrsinn, ihr hattet nur einen bösen Traum.
Die Entlarvten schlagen zurück.
Sie geben zurück, noch ehe sie erhalten haben, was ihnen zusteht.
Als die Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg mit den Verbrechen konfrontiert wurden, die sie selber begangen hatten oder die in ihrem Namen begangen worden waren, sagten die meisten, und konnten die meisten von ihnen guten Gewissens sagen, daß sie davon gar nichts wußten und wissen konnten, denn in der Tat waren die Bereiche, um die es hier ging, geheime Staatssache, Dinge also, von denen ein normaler Staatsbürger gar nichts wissen durfte, wenn er sich nicht in höchste Gefahr bringen wollte.
Und da kam als ein beliebtes Gegenargument, daß doch alles schon in Hitlers Buch Mein Kampf gestanden habe, das die meisten zwar nicht gelesen hatten, das sie aber jedenfalls hätten lesen können und sollen.
Das allgemeine Desinteresse der Deutschen an Hitlers Buch wurde zu ihren Ungunsten ausgelegt, etwa in dem Sinne, daß a) Unwissenheit sowieso nicht vor Strafe schütze und b) das Nichtlesen von Mein Kampf eher einem vorbereitenden Leugnen der gemeinsam geplanten und ausgeführten Verbrechen gleichkomme.
Was immer ein Deutscher dagegen vorzubringen versuchte, er war schuldig - und um so schuldiger, je mehr er seine Unschuld beteuerte und belegte.
Was das Hitler-Buch betraf, so hätte er nun die Lektüre nachholen können, um zu sehen, was er mit seinem Desinteresse tatsächlich versäumt hatte, doch leider war ein solcher Nachhilfeunterricht ausdrücklich verboten, Naziliteratur stand nach 1945 generell und überall auf dem Index, und das Bücherverbot wurde später von den deutschen staatlichen Behörden in Ost und West übernommen und zum Teil noch verschärft.
Mit der schriftlichen Beweisführung haperte es also, wenn einer sich an den Quellen kundig machen wollte, was für eine gründliche Untersuchung aber natürlich eine wesentliche Voraussetzung gewesen wäre.
Insofern begegneten die Staaten - und zwar der NS-Staat sowohl als auch die Bundesrepublik und die DDR - dem deutschen Normalbürger mit äußerstem Mißtrauen, indem sie ihn über die staatlichen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im unklaren ließen bzw. ihn zwangen, die vom jeweiligen Staat offiziell vorgelegten Sachdarstellungen, Erklärungen und Begründungen ungeprüft zu übernehmen.
Inzwischen haben wir in der westlichen Welt eine Offenheitskultur erreicht, in der über alles und jedes gesprochen und geschrieben wird; nach einem "sicherheitspolitisch" oder moralisch vielleicht angebrachten Geheimhaltungsbedarf wird nicht oder kaum gefragt.
Verglichen mit herkömmlichen Diktaturen - und deutschen Verhältnissen in der Gegenwart - ist die westliche Gesellschaft so frei, auch über die bösesten Aussichten, technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten öffentlich in Büchern und Schriften zu diskutieren.
Wenn ich das vorliegende Buch mir anschaue und mich in eine Zeit versetze, in der all diese Horrorszenarien, die darin als geplant oder mindestens erwogen aufgezeichnet sind, längst in Praxis und Wirklichkeit umgesetzt wurden, so frage ich mich, was man mich und jeden anderen Überlebenden dann fragen wird, und unsere Antwort muß dann sein, ja, wir haben es gewußt, es stand in Zeitschriften und Büchern, wurde im Fernsehen und im Internet thematisiert, vom praenatalen Megamord über biogenetische Vernichtungsforschung, das heißt also von der Hölle auf Erden bis zur gezielten Auswahl der Opfer wurde alles debattiert und zu Papier gebracht, jeder konnte es lesen und wissen.
All diejenigen, die heute mit dem treuen Augenaufschlag selbstgerecht und anklägerisch sich zum Tribunal ernennen und keinerlei Selbstzweifel hegen, könnten - unter anderen machtpolitischen Bedingungen - eines Tages aus ihren Unschuldsträumen aufwachen und sich vor Gericht gestellt sehen.
Ich sehne das keineswegs herbei, weil ich weder die eine noch die andere Selbstgerechtigkeit liebe, weil ich sie vielmehr verabscheue, denn sie ist des Teufels; und doch wünsche ich mir ein Gericht herbei oder herab, das über jeden Zweifel erhaben wäre.
Wolfgang Eggert hat getan, was einer mal tun mußte, er hat zusammen gestellt, Quellen und Fakten, eine notwendige, großartige Arbeit, mit Beiträgen in deutscher und russischer Sprache; zur Hälfte Arbeiten aus dem englisch-sprachigen Raum.
Die Erkenntnis ist nicht neu, daß - unter dem Aspekt wissenschaftlicher, technologischer Ausstattung und bevölkerungspolitischer Grundintentionen - Auschwitz nur ein Anfang war.
Mit der wesentlichen Abweichung, daß sich gegen Auschwitz und seine Betreiber die ganze humane Welt einig war, während in "unserer" Zeit sich unterschwellig und offen ein Konsens herausgebildet hat, der den "demografischen Faktor" als eine "Gefahr" deklariert.
In dieser "Deklaration" (!) allerdings steckt die wirkliche Bedrohung für die Menschheit: die "größte Shoah aller Zeiten" (83).