2003-07-17
Islam, ja, Islam
Das Allgemeine als Ausdruck des Rechtes auf Besonderheit
Aus gegebenen Anlässen
In der Beziehung zum Judentum - sag: zu den alten Hebräern! - ist der revolutionäre Islam das verallgemeinerte Besondere.
Im Vergleich mit dem weltbewegenden - fundamentalistischen - Islam ist das aktuelle Judentum eher domestiziert und eigenbrötlerisch - vor Gott der leicht überwindbare, nicht mehr wüstentaugliche Großonkel oder kollektiv-historische Ur-Ahn.
Der toranische Grenzüberschreiter - das heißt Hebräer - ist der Urvater der drei bedeutenden monotheistischen Religionen, der Zeuger und Zeuge vom Sinai und seiner Vorgeschichte.
Die hauptschriftlich nicht unmittelbaren, aber amtlichen First-Nachkommen und Erben des Urvaters scheinen allerdings ihre Herkunft und wilde Jugend vergessen zu haben.
Die angeblich erste, eigentlich zweite Saat verkümmert angesichts der an sie gestellten Forderungen des Herrn vom Sinai, der der Gott Abrahams war und ist.
Dieser aber ist der Vater 1) Yishmaels und 2) Yitzchaqs.
Yishmael ist der Urvater der arabischen Stämme und Bewahrer der Botschaft Gottes an Abhram/Abhraham im Islam.
Der Vater des Islam ist - vor Mohammed - Yishmael, der Stammhalter Abhrams/Abhrahams.
Der zweite Sohn Abhrahams, Erstling und Favorit der Sarah, Yitzchaq, trug wohl - von der Mutter erwählt - das Körnchen in sich.
Yishmael aber hatte das Schicksal der Berufung und Befähigung.
Was Yitzchaq im Blute, das hatte auch Yishmael.
Yishmael aber war im Geiste der Vertreibung - auf den Weg und in die Wüste! - und damit der Botschaft von Ur und vom Sinai - der authentische Erbe, der treue Stammhalter Abhrams, welcher seinen Sohn im Stich gelassen hatte.
Der Weg zum Vater Abhram führt über den Stammhalter, den Sohn der Hagar, den absoluten Erstgeborenen Abhrams: Yishmael.
Weder Judentum noch Christentum bringen diese Authentizität und Autorität mit.
Die jüdische Schriftüberlieferung, ohne die wir nichts von alldem wüßten, bleibt davon unberührt.
Wenn wir die Gültigkeit und Wahrheit der Schriften erkennen und anerkennen, müssen wir uns den Inhalten zuwenden, müssen wir prüfen, was uns berichtet worden ist.
Bis jetzt habe ich mich mit der Traditionskritik begnügt, ohne die letzten Konsequenzen zu ziehen.
Ich habe es bei der jüdischen Schrift-Autorität belassen, habe sie nicht angezweifelt, obwohl da und dort Zweifel angebracht sind.
"Die Schriften entheiligen!" ist mein Versuch, die Quadratur des Kreises zu finden.
Wie aus dem Ärmel unterläuft es jüngst der Gegenseite, den biblischen Begründer der Rassendiskriminierung, den Vater und Flucher Chams, nämlich Noach, den Ersten nach der Flut, als Zeugen wider den Rassismus aufzurufen.
Im Zeichen des Islam!
Das mag angehen, wenn wir den Islam als einen integren Bestandteil des afrikanischen Sklavenhandels akzeptieren wollen.
Wenn wir das tun, geht uns der Islam als eine Hauptlehre Gottes verloren, dann bleibt der Islam die Herrschaftsideologie einiger, sich ungenau definierender arabischer Clans, wie das Christentum die der Europäer war und der Amerikaner ist, und wie das Judentum dem politischen Zionismus als Rechtfertigungslehre dient.
Der islamische Handel mit afrikanischen Sklaven war jedoch ein historischer Verrat an der Urmutter Hagar und ihrem Sohn Yishmael, dem Stammvater des Islam.
Der Islam ist nicht mit Noach, sondern mit Yishmael und seiner ägyptischen Mutter Hagar, die eine Cham war, mithin gegen Noach, zu begründen.
Sklaverei und Rassismus sind exemplarisch in der skandalösen Behandlung Yishmaels und seiner Mutter Hagar, der schwarzen Sklavin, durch Abhraham und seine "legitime" Frau Sarah.
Der Quran verhüllt diese inneren Antagonismen auf euphorische Weise und redet schön, was niemals schön war.
Yitzchaq kennt seiner Überlieferung nach die Identitätsprobleme besser als Yishmael, solange der sich nur auf den Quran beruft.
Darum ist der Islam ohne die toranische Aufklärung der Urzusammenhänge ein Zelt ohne Pfahl.