2003-06-05
Der wahre Ismael oder Yishmaels Authentizität
Die latente Überraschung des Friedensprozesses
Wir hatten hier wohlbedacht eine Gegenseite eingerichtet und ihr den Zusatztitel "Ismael!" gegeben.
Damit sollte klar abgegrenzt werden, was sich mit der kokhavischen Judaizität und dem hier vertretenen Israel-Bekenntnis nicht verträgt.
Der Name Ismael signalisierte den islamischen Standort der Gegenseite, wo sich zunehmend antizionistische Darlegungen breit machten.
Das ist, was die Diskussion angeht, legitim und nicht zu beanstanden.
Die kokhavische Bekundung lautet jedoch: Hände weg von Israel und Islam.
Diese Verknüpfung leitet sich von der Erkenntnis her, daß das eine ohne das andere in dieser Welt nicht existenzfähig sei, sobald es historisch ernst wird.
Der US-evangelikale Kreuzzug gegen den Islam zeigt bereits in den ersten Etappen des neuen Nahost-Friedensprozesses deutlich antijüdische Tendenzen.
Letztlich sollen ja die radikalen Siedler, also die entschiedenen Hebräer, das Land räumen.
Die radikalen Juden treffen sich da mit den radikalen Muslimen, wenn sie auch voneinander nichts wissen wollen und sich gegenseitig als Todfeinde betrachten, die sie imgrunde aber nicht sind.
Ein schriftfester Moslem wird einen schriftfesten Hebräer noch am ehesten verstehen.
Die Gegenseite vertrat also dem Konzept nach den Islam, während die Kokhavim im allgemeinen israelische Flagge zeigten und eine differenzierte, an der Torah orientierte Position formulierten.
Die jüngsten Ereignisse zeigen nun freilich, daß die islamische Seite heute von den Kokhavim besser vertreten wird als von den Autoren der Gegenseite.
Dort wurde bereits die Vertreibung der Palästinenser aus Palästina propagiert, und neuerdings melden sich die ersten Anzeichen für einen euphorischen Schulterschluß, bloß weil ein amerikanischer Calvin-Katholik, ein Konvertit, den "ökumenischen Djihad" für sich und seine römische Kirche entdeckte.
Das ist ja teilweise auch gut, soweit es gegen die atheistischen und schlimmeren Ausuferungen der modernen Gesellschaft geht.
Es soll jedoch für die zu erwartenden Konsequenzen nicht blind machen.