2003-05-23
Der Grundkonflikt
Wirtschaftskrieg und Währung als Waffe
Die neuen Antagonismen lassen sich an der politischen Oberfläche leichter entschärfen als beim Kampf um die Märkte.
Die Ökonomie kennt kein Pardon.
Mit Währungsmanipulationen und -spekulationen wird nachgeholfen.
Ein guter Euro ist kein guter Euro, wenn er der Exportwirtschaft nicht dient, sondern schadet.
Eine geschickte Zinspolitik kann dieser oder jener Konkurrenz Schlimmeres als nur ein vorübergehendes Mißvergnügen bereiten.
Der Wirtschaftskrieg ist der Grund- und Bodenkrieg, die eigentliche Piraterie.
Sobald Freibeuter Flagge zeigen, gibt sich der Kampf um Ware und Besitz als Krieg an sich zu erkennen.
Konkurrenzen lassen Interessen aufscheinen.
Wenn ein Riese die Berghohen und die Liliputaner gleichermaßen bedroht, entstehen Interessen-Konvergenzen.
Da wir vom geopolitisch naheliegenden Eurasien inzwischen abgeschnitten sind, bietet sich die - konstellativ ohnehin intelligentere - euro-islamische Verschränkung auch dem an, der davon bislang nichts wissen wollte.
Die solventen Länder des Orients können den illiquiden Europäern nützlich sein, wie deren technisches Know-how und industrielle Leistungsfähigkeit der islamischen Welt einen Ausweg aus der amerikanischen Bedrückung weisen.
Das Amerikanische Reich hat das verstanden und nötigt die Europäer, arabisches Kapital abzustoßen, obwohl sie es dringend brauchen.
Ist Ersatz angesagt?
Gemeinsam mit der wirtschaftlichen Kraft Europas - sprich: Mitteleuropas, sprich: Deutschlands - könnte - wahlweise - Rußland oder der arabisch-islamische Raum sich zur Weltmacht mausern.
Allein, je für sich, sind diese DREI - weltpolitisch offen - nicht handlungsfähig.
Der Bündnisfreie - absolut oder relativ Schwache - wird im Ernstfall auf die asymmetrische Kriegführung zurückgreifen müssen.
Ein Gleichgewicht der Kräfte ist ihm schicksalhaft auf den Leib geschrieben.
Er wird sich zurücknehmen müssen.
Die Hyper-Macht ist die Quelle des Terrors und damit ihres eigenen Untergangs.