2003-10-08
Innen wie außen
Maßstäbe der Politik
Wir können die inneren und äußeren Angelegenheiten der Politik nicht mehr getrennt voneinander behandeln.
Die rasante Talfahrt unseres Landes verlangt nach einer Umsteuerung, die mit dem vorhandenen Personal und den Wegweisungen des vergangenen Jahrhunderts kaum zu errreichen sein wird; Europa bleibt entgegen allgemeiner Auffassung theoretisch und praktisch sehr beschränkt.
Der moralische, ökonomische, gesellschaftliche... Abriß Deutschlands erinnert an die Zustände der frühen dreißiger Jahre; später wurde das Volk gefragt, warum es diesen Hitler gewählt habe, und abgesehen von dem eher spärlichen letzten Wahlergebnis vor der "Machtübernahme" könnte man heute leichterdings sagen:
Hier habt ihr die Antwort, so war es damals auch, das Volk sah sich durch niemanden mehr vertreten, den Politikern schien die Notlage der Menschen völlig gleichgültig zu sein, so kam es zu der Katastrophe, die - da vorhersehbar - von der Politik genauso beabsichtigt gewesen sein muß.
Reden wir nicht drum herum, als sei das Volk in seiner großen Mehrzahl auch nur im geringsten in der Lage, an den Verhältnissen, Entwicklungen, Tendenzen irgendetwas zu ändern; nicht, weil es zu dumm dazu wäre, sondern weil die strukturellen Bedingungen im Verhältnis von Macht und Ohnmacht einen wirksamen Zugriff der Ohnmächtigen zum Wohle des Ganzen nicht zulassen.
Ein - ideal - geordnetes Staatswesen beruht auf dem - verdienten - Vertrauen, das die Bürger ihren gewählten oder oktroyierten Regierenden entgegen bringen.
Imgrunde ist es fürs Volk völlig wurscht, wer regiert und wie regiert wird, ob demokratisch oder undemokratisch; das Volk erduldet - so oder so - nichts anderes als diktatorische Eingriffe in sein tägliches Leben; es wird betrogen von den einen, in den Krieg geschickt von den anderen, und wenn vorübergehend das "gesamtwirtschaftliche" Interesse "des Landes" halbwegs im Lot ist, so daß auch für die einfachen Menschen so viel abfällt, daß sie ihre Ohnmacht nicht so deutlich spüren, wird von einer vermeintlich "saturierten" Gesellschaft gesprochen, ein weiterer Betrug.
Der - wiewohl naive - Urwunsch aller Menschen ist es, ihre Belange frei und unabhängig selbst zu bestimmen, ohne jede übergeordnete Herrschaft - außer Gott allein.
Wunsch und Wirklichkeit klaffen aber weit auseinander.
Die von Gott dem Menschen gegebene Lebensform ist Anarchie: er will - und soll? - nicht einmal die ersten hierarchischen Verhältnisse der Familie anerkennen, auch wenn er ihnen nicht entrinnen kann; so wähnt er sich frei.
Würde er das Unabwendbare erkennen und als "gottgegeben" auch in sich aufnehmen, wäre damit viel Unheil vermieden.
Stabile Familien- und Stammesverhältnisse waren und sind am ehesten in der Lage, den Verführungen politischer Rattenfänger zu widerstehen, während die Entwurzelten, Vereinzelten und Verlorenen schnell nach dem Strohhalm greifen und den Demagogen auf den Leim gehen.
Die Revolution im Denken und Verstehen, die die modernen Menschen in der Massengesellschaft bräuchten, hat nicht stattgefunden und wird auch nicht stattfinden, weil die Menschen so sind, wie sie eben sind.
Was wir brauchen - im Lande und überall in der Welt -, ist eine sozialrevolutionäre Bewegung, ein Kommunismus der Freiheit, der Gleichheit, der Gerechtigkeit und Solidarität auf der Grundlage einer ewigen Gesetzlichkeit, was hier auch schon islamischer Kommunismus genannt worden ist.
Die kollektive Entmündigung ist - als Haupthindernis - auf die regressiven Momente der Unterwürfigkeit in der Natur des Menschen zurückzuführen.
Was wir bekommen werden, wird wieder haarscharf am Notwendigen vorbei in die Irre führen, wie es etwa die Nationalismen und Sozialismen bisher schon getan haben.
Überleben werden jene, die den modischen Trends nicht folgen, sondern sich treu geblieben sind.