Navigation überspringen

kokhaviv publications

fresh. on line

Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2003-08-18

Tor Weilach

Frei und verlassen

Gott hat andere Sorgen

Der kann sich nicht um alles kümmern, die Mehrzahl ist erwachsen und seßhaft geworden, pflegeleicht neutral, die Arbeit macht da die Menge, aber das schaffen wir schon, meine alten Favoriten müssen eben zusehen, wo sie bleiben, ich schaffe das nicht mehr, für sie den Platz frei zu halten, sprach Gott der Herr, als ihm grad niemand zuhört.

Die paar Zigeuner lassen sich zwar nicht klein kriegen, und Zigoyim sind schließlich alle, die Hummeln im Arsch haben und nicht still sitzen können, Gottes wahrhaftige Kinder, aber was kümmert den das, hat er doch genug mit der mißratenen Nachkommenschaft in den Fahrstühlen, Hochhäusern und den Straßen und U-Bahnzügen der Riesenstädte zu tun.

Die Verrückten, die da leben und aus dem Ärgsten das Beste heraus zu holen suchen, sind den Zigeunern sehr ähnlich geworden, und die Sehnsucht nach Wüste und Weide, hinaus in die Berge und Wälder zu den Flüssen und Bächen, diese Sehnsucht ist eine Sehnsucht der Städte, und die Verrückten der Straßen und Slums, in Bürohäusern und auf Großbaustellen im Internet denken nicht nur an den nächsten Urlaub, sie träumen vom großen Ausriß, der freilich ist erst möglich, wenn der ganze Laden zusammen bricht.

Der Terrorismus, der die Stadtgesellschaft des Westens bedroht, steht insgeheim im Einklang mit ihren Bewohnern.

Befreit uns von diesem Übel, in das wir verstrickt sind und uns mit jeder Bewegung mehr und mehr verstricken.

Verlassen und verkauft übt sich der Beschränkte in der Grenzenlosigkeit oder was auch immer.

Die Baumaffen haben die vom Menschen ersehnte Freiheit und kommen doch von ihren Bäumen nicht wieder herunter.

Wir aber wollen die Freiheit der Fische und Wölfe, der Zugvögel und der Frösche, die vom Storch aus den Sümpfen gezogen werden, wir wollen alles und enden als Ameisen und Termiten in Bauten und Staaten.

Unser Geheimnis ist die Freude, die den andern vielleicht fehlt, aber das denken wir nur, wenn der Kopf nicht mehr weiter weiß.

Die Freude der Fische und Seeadler ist eins.

© Copyright 1999 - 2003 kokhaviv publications