2003-08-05
Zwischen Milch und Bier
Das Leben beginnt mit Milch und endet beim Milchbrei oder mit der Bierflasche vor dem Fernseher, Whisky und Soda lassen wir mal weg, Cognac wird kaum noch erwähnt.
Trink doch lieber Bier und den Kindern die Milch nicht weg, trällerte ein Schlager übers sechziger Radio, und manch ein Kind machte vielleicht seinem Vater einen Vorwurf, wenn er außer der Reihe ein Glas Milch statt Cola mit Cognac trank.
Die Zeiten vergehen, zwischen Milch und Bier ist das Leben, nicht alles, nicht jedes, Bier sei gut für die Nieren, hört man oft, du hast keinen Hunger, kannst ohne Unterlaß arbeiten, mit Bier spülst du dich aus, wer nicht davon loskommt, ist selber schuld.
Zwischen Milch und Bier - das heißt: vor der Milch war so gut wie nichts, und nach dem Bier sieht die Welt anders aus.
Wie Wein ist Bier ein Menschheitsgetränk, in unseren Breiten älter als Kaffee.
Solche Umstände erwecken Philosophien, religiöse und künstlerische Neigungen oder werden durch diese begünstigt.
Begabte Völker trinken und unbegabte, aber jedes trinkt anders.
In vino veritas.
In der Trunkenheit, sag ruhig: Besoffenheit, kehrt Wahrheit ihre dämonische Seite heraus.
Nicht absolut alles ist relativ.