2003-08-05
Es war in Den Haag
In einem Museum, Diter Roth hieß der Maler, ein deutscher Grafiker, der mit seinen technischen Basteleien das holländische Publikum begeisterte, das muß ich schon sagen, so mit seiner Literaturwurst, der hatte doch ein Buch durch einen Schredder gedreht und das Ergebnis mit Wurstpelle umhüllt, eine wirklich geniale Tat, ein Kunstwerk der seltenen Art, ich unterschreibe das sofort.
Das hatte Holland nicht nötig, es war den Deutschen weit voraus, diente zuweilen sogar als Labor für modische Neuheiten, aber was ich meine, ist die künstlerische Seite, Amsterdam und Den Haag waren interessant, weil da einige Verrückte wohnten und sehr produktiv waren.
Das Problem lag woanders, die Leute waren frustriert; ähnlich den Österreichern und Tschechen, guckten sie nach Deutschland, weil sie glaubten, dort werde die Musik gespielt, tatsächlich spielte der deutsche Kunstbanausensektor mit Leuten wie Roth und Beuys auf, was unter aller Kanone war, aber was zählt das schon, wenn die Medien ihre Ignoranz dadurch verbreiten, daß sie das Billige hochschwätzen und beklingeln.
Wie kam ich bloß jetzt eben darauf?