2003-02-07
Bonsai, sie war eine Wider-Bonsai
Kann man das sagen?
Die japanische Gartenkunst ist eine Philosophie.
Sie bildet Natur nach, isoliert und kultiviert in kleinen Ausschnitten die Pflanzenwelt.
Doch schau und entdeck, daß in der Nachbildung die Gewalt sich verbirgt.
Nicht expressis verbis.
Die Philosophie stellt ihre Kunst als ein Befrieden und Harmonisieren dar.
In der Tat eine harte Disziplinierung, Behinderung und Richtungweisung.
Jedes Topfgewächs ist ein Monster.
Die Natur en miniature ist ein bezwungenes Individuum.
Die Philosophie der Bonsai reine Schönfärberei.
In Kupferdraht gebundenes Bäumchen ist das Kind einer gefesselten Gärtnerseele.
Die eingeschnürten Füße der chinesischen Frauen meinten die Schönheit und die Ergebenheit ihrer Körper. Eine pure Unterwerfung.
Verfallende Männlichkeit verband sich mit der Höhe ihrer politischen Macht.
Die Bonsai-Philosophie sagt, geh zum Bäumchen in die Schule, die Pflanze bittet dich um Wasser, zeigt dir an, wie wohl sie sich fühlt.
Werdet glücklich miteinander.
Gehorsame Botanik, dressiert und gestraft.
Zu deinem Wohlergehen!