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Wo lassen Sie denken · Où laissez-vous penser? · Rent a brain…

2003-09-06

Felix Pech

Wohin mit unserer Freiheit

Wohin ist sie?

Freiheit ist ein apparativer Traum, eine unerfüllbare Sehnsucht.

Der Begriff entstand in der Gefangenschaft, in Fesseln und Reglements, Freiheit war und bleibt der Gedanke, einem System entrinnen zu können, das Schachspiel zu überlisten.

Der Traum, in ein Netz gebunden zu sein, eingewickelt wie ein Fisch unter Fischen, nicht mehr zu zählen, und die alles zerreißende Armbewegung, aber das Netz gibt nach, erweitert seine Kapazitäten.

Der Schmetterling im Netz der Spinne ist nichts gegen geerntete Meeresfische, die in der freien Luft ersticken, deren Erlösung eine Gefangennahme und Entführung war, sie haben nichts zu erwarten, sie sind tot, noch ehe sie sterben.

Der getauchte Vogel weiß, wie ihnen zumute ist, ohne Rückkehr und ohne Verständnis.

Der Diktatur entfliehen, den Zwängen eines Staates, einer kollektiven Ordnung, denn immanente Befreiung, das Versprechen, wir müßten gemeinsam an unserer Freiheit wirken (!), indem wir die Zustände ändern und bessern, ist der größte Jahrmarktszirkus in der menschlichen Geschichte.

Jeder wußte, daß er frei wurde, wenn er seinen Stamm verließ, und wußte zugleich, daß dies ein Irrtum war, so, wie der Mensch gehäkelt ist, kommt er aus seinen Gespinsten nicht heraus, er kann nur weiter daran spinnen, "mehren" und "arbeiten", denn sein Höchstes Gespinst ist die mit Sonnensprüh benetzte Gewißheit, nach allem frei zu werden.

In der Freiheit verbirgt sich diese Vraiheit, diese Wahrheit, die mit Wahren und Warten und Treue zu tun hat, mit Emen und Emunah, nämlich jener Festigkeit, Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit, Aman und Omen, die mit Islam gemeint ist, der nicht zweifelnden Gottergebenheit.

Die Niederwerfung vor Gott ist unsere Freiheit, was zu verstehen wir ein Leben brauchen, was zu glauben uns seit unserer Kindheit ans Herz gelegt worden ist.

Ergib dich mithin auch dem Apparat, dem Schicksal des gefangenen Sträflings, denn nichts ist, das Gott nicht gefügt hat.

Auch das große Fragezeichen über allem und nach ihm.

Wie es um die Freiheit von uns Geschöpfen Gottes in der modernen Zivilisation bestellt ist, erblicken wir, wenn der mit den letzten wissenschaftlichen Finessen und technischen Gerätschaften ausgerüstete "Naturschutz" / "Tierschutz" / "Artenschutz" - ein auf Fauna und Flora übertragener praktizierender Rassismus - den in gesteuerten "Nationalparks" - zweifelhaft frei - lebenden wilden Tieren "elektronische Halsbänder" anlegt, um sie auf Schritt und Tritt und bei jeder Lebensäußerung - zu ihrem Schutz, versteht sich - zu kontrollieren.

Diese permanente Schutzhaft - sprich: der perfekte Überwachungs- und Regulierungsstaat - ist mit Hilfe der modernen Wissenschaften - aufgrund einer immensen philosophischen Vorleistung des dirigierenden Denkens - möglich und wirklich geworden.

Die unumschränkte Freiheit des Menschen rechnete nicht mit seiner suicidalen Beschränktheit.

Das Ende der Freiheit besteht nicht in jenen mehr oder weniger arglos verschleierten Mißverhältnissen oder offenen Machenschaften, sondern in dem Verlust der Intuition, die die Gefahren beizeiten erkennt.

Die angewandten Naturwissenschaften - samt technischen, elektronischen, kontrollierend-beruhigenden, heißt: entlebenden pharmazeutischen Restriktionen - lasten mittlerweile wie ein Fluch auf einer Menschheit, die deren Anwendung nicht zu zähmen weiß.

Wir fühlen uns wohl in unserm Inter-Netz.

Die systematische Neutralisierung, Entkräftung und Mordung der offenbar gefürchteten Zukunft wird allerdings die göttliche Rettung des Kindes nicht verhindern.

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