2003-07-31
Untergetaucht
Ein unerwarteter Titel, mit dem ich nichts anfangen kann, ins Wasser getaucht, irgendwo sich versteckt, ich war noch nie untergetaucht, nicht für längere Zeit, ich tauchte ganz gut, schwamm ganz gut unter Wasser, zehn Meter, zwanzig Meter, ich hatte dabei eine besondere Technik entwickelt, ich schwamm im flachen Winkel, so weit ich konnte, und wenn die Luft knapp wurde, zwang ich mich, noch eine Strecke weiter zu schwimmen, jetzt aber aufwärts in einem breiteren Winkel, aber nicht direkt im rechten, wenn Sie wissen, was ich meine.
Ich mache mich unsichtbar, das geht wirklich, ich beachte nämlich die Menschen ringsum nicht, so werde auch ich nicht beachtet, Augenkontakt macht sichtbar, seine Vermeidung ist ein erprobtes Mittel der Tarnung.
Wer in toten Winkeln gesucht wird, hat es leicht in der Öffentlichkeit, wo ihn niemand erwartet.
Wer die Tricks kennt, läßt sich nicht so leicht täuschen.
Die Unterwasserwelt ist das vergessene Paradies, von irgendwoher kennen wir es, ahnen wir seine Gegenwart, die uns verloren ging und vergangen ist.
Vielleicht bilden wir es uns nur ein, doch immerhin.
Anonymität ist das Ersehnte und eine Gefahr in dieser Welt der amtlichen Identifizierungen.
Eine unerkannte Pseudonymität ist die täuschende und rettende Öffentlichkeit.