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kokhaviv publications

Kritisches Forum

Der Krieg ist der Vater der Dinge. Heraklit

2003-02-01

Gotthilf Foerster

Noch eine Antwort*

* Vgl. Gotthilf Foerster antwortet nur kursorisch und teilweise... + Und schon die nächste Replik von Gotthilf Foerster: Antwort auf die Fußnoten - kkk

Zu Avram Kokhaviv: Biotelie. Eine Chance? Eine wissenschaftliche Provokation? Rückantwort und Weiterführung

Horst Kuckuck** (Horst Lummert in rebird und Avram Kokhaviv im Kritischen Forum - kkk) hat sich weiter mit BIOTELIE beschäftigt; er scheint der einzige zu sein, den das Schicksal der Erde noch interessiert: außer Gott natürlich.

** Vgl. Synonyme - kkk

Das Gesetz der Individuation ist das Daranhängen des "Kleinen Unterschiedes", viel zu merken ist nicht, wenn man so auf die Mitmenschen sieht: sie lassen sich fast alle über einen Kamm scheren und wollen das auch.

Die Frage ist nun, ob dabei der Islam das Rennen macht.

Mit dem Begriff "GOTT" haben wir's im Germanischen einfach: er verkörpert für uns das Gute.

Daneben läuft noch der Wortstamm deus, Zeus wie in Dienstag und dem alemannischen Zischdig; die Personenhaftigkeit Gottes kann nur im Analogieschluß zu uns gewonnen werden: Gott machte den Menschen sich zum Bilde oder eben umgekehrt.

Für einen Agnostiker, der sich aus Glaubenfragen heraushalten will, kein eigentliches Problem.

Stellt die (Natur-)Wissenschaft eines Tages fest, daß für den Ablauf der Geschehnisse die von ihr erforschten Gesetzmäßigkeiten weniger taugen als die Schriftoffenbarung, dann geht auch für den Agnostiker das Grübeln los.***

*** Vgl. Der Velikovsky-Komplex. Wissenschaft zwischen alten und neuen Mythen - kkk

Die "Binsenwahrheit" Darwins über die Entwicklungsgeschichte ist etwa bei vielen Neo-Marxisten immer noch nicht angekommen; bei den Muslimen immerhin!

Haarspaltereien liegen mir nicht, ich überspringe Behaarungstyp und Schädelformen, wenn's recht ist.

Vieles "zivilisatorisch Verdorbene" ist nicht mehr zu retten, die vorzeitig ausgerotteten Arten holt niemand zurück.

Aber nirgendwo ist ein Naturgesetz erlassen, daß die Menschheit sich in der Vermehrung nicht wieder zügeln dürfe und könne.****

**** Gottes (europäisch verkürzt "Natur"-) Gesetz heißt uns: Mehret euch und nicht verhütet euch, allenfalls hütet euch! Für das Leben, nicht gegen es. Das Leben hat nicht nur, es ist das Ziel. kkk

Die Theorie der Willensfreiheit stünde nicht dagegen, wenn nicht der Dogmenwettstreit und die demokratische Legitimierung durch Mehrheiten, die nicht genug Stimmvieh haben kann.

A.K. schreibt:

Eine Weltstaatstheorie, die nicht totalitär wäre, ist keine. Alles unter einen Hut bringen zu wollen, ist totalitär.

Dagegen ist die Erkenntnis, daß die Dinge ohnehin so laufen, wie sie laufen können und sollen, eine Theorie der Befreiung. Leibniz wußte es - spät genug - schon vor dreihundert Jahren.

Wissenschaft diene der Erkenntnis. Eine Wissenschaft, die sich intentionell - so oder so - verändernd einmischt, ist aus dem Schöpfungszusammenhang bereits herausgefallen.

Eine Wissenschaft, die die Politik beraten will, tendiert zur Verstaatlichung. Die Freiheit der Forschung und der Lehre ist von der Idee her anti-institutionell.

Wo sie ohne Strukturierung und Organisation nicht auszukommen scheint, geht dies zu Lasten der Freiheit als der Initiation des Menschen, Forschers, Lehrers.

Ideologiekritik heißt auch Untersuchung von Wissenschaft, Erforschung der ihr immanenten Ideologeme.

Total und totalitär macht einen feinen Unterschied: unter totalitär versteht man einen Staat, der sich nicht nur um alles kümmert, sondern möglichst auch alles regeln will.

BIOTELIE würde sich um alles kümmern; da sie dabei aber feststellen muß, daß sie nur über einen gewissen Teil von regelbaren Umständen genügend wahrscheinliche Daten und Erkenntnisse erzielen kann, muß sie sich mit Ratschlägen beschränken.

Mit dieser Beschränkung ist sie aber nicht mehr totalitär. Außerdem bestimmt der einzelne begutachtende Wissenschaftler nichts bewußt willkürlich: wieder ein Unterschied zu totalitären Regimen.

Die Tendenz zur Verstaatlichung wird schon durch das Rotationsprinzip der Gutachter ausgeschlossen: sie werden nach Zufallsprinzip aus dem Pool vorhandener Fachleute berufen.

Nicht-organisierte Wissenschaft, das können sich nur noch Geisteswissenschaftler leisten; und die weiß ich am liebsten bei den Rentnern und Pensionären mit Lebenserfahrung und ohne zusätzliche Honoraransprüche für unbegrenzt vermehrbare und kaum überprüfbare Erkenntnisse.

A.K.:

An wen richtet sich die wissenschaftliche Provokation, wenn nicht an die Wissenschaften, die den Schaden angerichtet haben? Den Teufel mit Beelzebub austreiben, bringt uns auf biblische Erkenntnisse zurück.

Das stimmt! Sollten wir dem Zerstörungswerk einfach zusehen? War der Beelzebub nicht auch ein Engel? Ein gefallener? Dann eben ein gefallener.*****

***** Der Gedanke, daß der Zerstörer nun sein eigenes Zerstörungswerk zerstören möge, ist ein dialektischer, kein praktischer. kkk

Daß es "populäre Wissenschaft" gibt, die der Unterhaltung und Ablenkung dient, sei unbestritten; ich habe nicht allzuviel mit ihr am Hut.

Law und order kann schon ein bißchen mehr sein als etwa in Berlin, wo die Polizei demnächst nur noch für die Bewachung von Mahnmalen und Sonderschutzobjekten und -personen eingesetzt wird und auch das internationale Verbrechen sich wohlfühlt.

A.K.:

Im Zeitalter der Medien nimmt es niemand so genau damit, erwartet ohnehin jeder nur Hokuspokus. Einigen geht es dennoch über die Hutschnur, sie rufen nach law and order.

Das Chaos und die Ordnung der Generäle (Saint-Exupérie) sind die zwei Seiten der Medaille.

Wo Gotthilf Foerster sich freien Geistes und kritisch mit politischen Theorien, Praktiken und ihren wechselseitigen Widersprüchen auseinandersetzt, sind seine Aufzeichnungen mit Vergnügen zu lesen (S. 183 ff.).

Die Beobachtung, daß die Studentenbewegung wesentlich von der DDR und ihren Staatsorganen beeinflußt und beherrscht war, kann jeder bestätigen, der die Zeit aufmerksam miterlebte.

Die Vorstellung, irgendwann von einer alles dirigierenden und kontrollierenden Weltregierung beherrscht zu werden, ist danach um so albischer. Der totale Überwachungsstaat als traumatologischer Ausweg, gewissermaßen? Was haben wir zu fürchten, wenn nicht ihn?

Die Riesenorganisationen, die für alles zuständig sein wollen und ihre Bürokratien wuchern lassen, daß einem wirklich angst und bange werden kann, haben uns schon großen Kummer bereitet.

Foerster läßt anklingen, ich hätte zu früh, wohl zu flüchtig, ja "fahrlässig" reagiert. Die Lektüre seines Werkes belehrt uns eines anderen. Tatsächlich verharmlost der Autor jetzt seine wissenschaftliche Provokation.

Todesstrafe und Zwangsarbeitslager, bei genauerem Hinschauen sogar Völkermord im Sinne von § 220a Abs. 1, Ziff. 3 StGB, eine allgegenwärtige "Weltpolizei"... werden als Elemente einer "Demokratie-Reform" vorgeschlagen. Das ist alles in Auszügen nachzulesen.

Knebeln UN-Apparate und Europa-Bürokratie unsere Freiheiten nicht schon genug? Vergessen wir nicht, daß die ökofaschistische Bewegung von Brüssel ausging und nun nicht wieder weichen will.

Das Subsidiaritätsprinzip, für das Foerster eintritt, steht all dem im Wege, oder andersherum: Die großen ressort-übergreifenden und welt-umfassenden Superbehörden legen alles lahm, was mit Subsidiarität ursprünglich gemeint war. Das eine verträgt sich nicht mit dem anderen.

Indes: Die Überbürokratie wird die omnipotenten Gutachter letzten Endes isolieren und ausschalten. Die Ohnmacht der Allmacht ist eine andere, aber ebenso alte Geschichte.

Zum Ersten: "Die Riesenorganisation" greift nur auf Computer und die überall arbeitenden Fachleute zurück, es gibt keine festangestellten biotelen Gutachter.

Tätig werden sie nur, wenn ein Verbesserungsvorschlag vorliegt und die Einreichungsgebühr bezahlt ist.

Der "Überwacher" ist jeder Bürger, der die Augen offen hält und nachdenkt; und das sollen ja leider gar nicht so viele sein.

Kein Gutachter hat eine Machtstellung oder gar "Omnipotenz", er kann Gutachtenanträge zweckmäßiger formulieren, aber auch diese Zweckmäßigkeit wird begutachtet; von wem, weiß er nicht.

Kein Gutachter kennt seinen Gegengutachter.

Und immer wieder wird unterdrückt: Jede biotele Gesetzesmaßnahme ist der Abstimmung der Betroffenen unterworfen!

Elektronische Einrichtungen hierfür werden doch heute bereits erprobt.

Jeder Bürger ist durch Eingaberecht ein potentieller Gesetzgeber; jedes biotele Einzelgesetz ist der Abstimmung der Betroffenen unterworfen.

Mit Revisionsrecht für solche, die zu Recht sich direkt betroffen fühlen, von den Gutachtern aber nicht in den Kreis einbezogen wurden.

Aber nun soll "die Überbürokratie die omnipotetnen Gutachter ausschalten".

Wie aber? Die Auswahlautomaten sind so sicher wie die heutigen Fernsehlos-Trommeln etwa im Zahlenlotto, denn die Einrichtungen (PC) etwa für die Gutachterauswahl werden öffentlich fernsehüberwacht mit Prämien auch für "provoziert gestellte" Zwischenfälle, um die Aufmerksamkeit wachzuhalten.

Die Weltpolizei ist in Blöcke geteilt, die sämtlich international gemischte Besatzung haben und in Mehrheit in Ausbildungsverhältnissen im fremden Land arbeiten: ein bißchen dieser Internationalität haben wir doch schon heute.

Militärische Aktivitäten sind der kleinste Arbeitsbereich der WP; sie sind von der Anforderung der national abgerüsteteten Polizeikommandeure abhängig und nur gegen bewaffnete Kriminalität gerichtet; die Schutzmaßnahmen zur Kontrolle sind bei der heutigen Audio-Video-Technik kaum ein Problem.

In Frankreich (um Paris) werden bekanntlich ganze Stadtteile videoüberwacht.

Die Todesstrafe ist nur eine letzte und selten geforderte Option des Staates, da er die höchste Sanktionsgewalt nicht an das organisierte Verbrechen abgeben darf.

Es gibt Schlimmeres als den Tod. Viele Leidensgeschichten erzählen davon.

Völkermord aber ist eine böse Unterstellung; das Gegenteil ist der Fall, denn PLURALITÄT, Vielfalt, ist in BIOTELIE gefragt und eben Kontrolle und Überwachung sogar in jeder Haftanstalt, Lagern und in Pflegeeinrichtungen, gerade damit es nicht so leicht zu Übergriffen kommt, weil sie (auf Zeit und nur zu Beweiszwecken) dokumentiert sind.

Rechtsstaatliche Kontrollen sind etwas anderes als die der Diktatoren.

Wo sich Mängel herausstellen, müssen sie abgestellt werden: etwa durch Eingabe bei der biotelen Gutachteneinrichtung.

Besser als die meisten nationalen Patentämter funktionieren die allemal; als Erfinder weiß ich, wovon ich spreche.

A.K.:

Um der Sache die Pointe zu entlocken, die ihr innewohnt, kommen wir auf Biotelie zurück, auf den Zweck, das wesentliche Ziel. Der Begriff eines Agnostikers assoziiert nicht zufällig den Gott vom Sinai, der sagt: Ich bin das Leben.

Chaj.

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