2002-03-25
Das waren noch Zeiten. Als Avi der Franz war und kein Mensch den Avi gekannt hat, das waren die Jahre der Illusion, was wir aber nicht wissen.
Der Franz war der Skiläufer und Madljager, der Bub aus dem Grunt, wo alles noch anders lief.
Hernach die Wochen des Bruchs. Wir hatten umgeschaltet, waren nicht die von vorgestern und damals, was kratzt uns der Krieg, den haben wir in uns. Nicht Last, nicht Vorwurf. Was wirklich Wahres...
Keine Verwüstung, was der Krieg in uns angerichtet?
Die nach uns verstehen es nicht.
Sie wissen nicht, wovon wir sprechen, wenn wir sagen, der Krieg, das war unsere Heimat.
Ist ja gut, wir sind alt geworden, und sie wollen den Frieden.
So jung waren wir, hörten mit einem Ohr hin, wenn die Alten erzählten, durch beide Ohren, wir schon wieder auf der Wildbahn, und haben es doch für uns behalten.
Die Alten waren damals nicht so alt.
Der Avi wachte in dem Franz, wachte im Herzen, in der Seele, der hatte so einen Schimmer, und wenn ich richtig nachdenke, denke ich, das bildet der sich wohl nur ein.
Der Franz hatte nichts vom Avi, der kam erst herzu, als der Franz nicht mehr weiter wußte.
Avi kam hinzu, aber wie einer, der schon immer dabei gewesen. Ohne ihn hätte Franz keine Biografie.
Wir wüßten nichts von Franz, wie Franz nichts von Avi wissen sollte, der ihm über die Schulter sah, dessen Zeit noch bevorstand.
Hat die Geschichte auch eine Moral?
Avi war die jüdische Antwort auf die Fragen vom Grunt. Ihre einzige Verbindung.
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