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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...

2002-09-06

Koresh Kukafka

Stellung beziehen

Positionen des heiligen Krieges

Es wird viel vom heiligen Krieg gesprochen. Der Heilige Krieg wird ausgerufen, mit ihm wird gedroht, er wird in den Wind geschrieben, der islamische Djihad-Begriff ist im Gespräch.

Die islamische Vorstellung vom Heiligen Krieg ist in Verbindung mit dem Djihad ungenau, was aus taktischen Gründen auch beabsichtigt sein mag. Das ist alles sehr spezifische Zivilisationspolitik, die in ihrem Urteil je nach Parteinahme und Identifikationsmuster verschieden ausfallen muß.

Der Islam ist für viele Westler ein Schreckgespenst. Nach dem Attentat vom 11. September 2001 laufen die Propagandamühlen, die es darauf anlegen, nicht nur den Terrorismus, sondern darüber hinaus die gesamte islamische Welt zu verbösen. Der erste kokhavische - begründete - Verdacht, daß der US-amerikanische religiöse Fundamentalismus seine imperialistische Phase einleiten bzw. jetzt gezielt fortsetzen, sich jetzt entschieden etablieren würde, ist nicht widerlegt worden.

Insofern kann von einem heiligen Krieg gesprochen werden, als er sich auf beiden Seiten religiös, vom Glauben und von Gott herleitet.

Geht man nun von den Lehren aus, so ist sehr schnell nachzuprüfen, daß imgrunde beide Seiten des zeitgenössischen Fundamentalismus das Gleiche wollen.

Der Einsturz der Türme von Manhattan hat eine biblische Symbolkraft, die ihres gleichen sucht. Ob Mormonen, Amish-Leute, Quäker, Baptisten oder Islamisten, Buddhisten und Hinduisten, sie alle müssen vom Glauben her beim Einsturz der Türme des World Trade Centers eine tiefe Genugtuung empfunden haben. Nicht zu vergessen die russischen und serbischen und griechischen und syrischen und chaldäischen und aramäischen und koptischen... Orthodoxen Christen. Der Osten ist weit und tief.

Nach dem innigen Verständnis der toranischen Überlieferung war die Vernichtung der Türme ein heiliger, gottgefälliger Akt. In einem künftigen Wettstreit um die Gunst Gottes könnte jede der genannten Religionen, einige aus anderen Gründen, aber - wie etwa Buddhismus und Hinduismus - ebenso fundamental, Prioritätsrechte anmelden.

Wenn die amerikanische Drohung wegfällt, wird die hebräische Tradition mit Beruf auf die Torah die Führung übernehmen wollen. Das biblische Urheberrecht ist schließlich nicht von Pappe. Solange die Weltmacht Rom existiert und zuschlagen kann, wird niemand ohne weiteres zu behaupten wagen, daß die menschliche Religiosität die Türme bricht oder von ihnen gebrochen wird. Das Bestreben, an die Stelle der zertörten neue Türme zu setzen, ist in diesem Sinne ein Frevel und unverantwortbar. Es zeigt jedenfalls die Unbelehrbarkeit der Mächtigen, die aber gerade ihrer Unbelehrbarkeit den Untergang zu verdanken haben.

Wie lautet die Lehre? Sie besagt, daß die moderne Menschheit längst aus dem Schöpfungszusammenhang herausgefallen ist; daß alle Versuche, diese Welt vor dem Untergang zu retten, diesen nur beschleunigen helfen, ja dessen eigentliche Boten sind.

Eine Zivilisation, die auf die Atomenergie zusteuert, ohne die sie nicht existieren kann, gleichzeitig aber alles unternimmt, um genau dies zu verhindern, hat bereits ihre neue Selbstzerstörungsreligion gefunden. Wer den Ökologismus/Feminismus gewähren läßt, will nichts retten, sondern zerstören. Jedenfalls sind diese Neoreligionen nur als Zerstörungspotentiale sinnvoll und richtig.

Wer die westliche Zivilisation vernichten will, wird ihre neuen Religionen fördern ad absurdum. Wer sie erhalten will, wird den Ökofaschismus seinen Konkurrenten überlassen. Genau das tut US-Amerika in seinem Verhältnis zu Europa und dessen ökologistischem Einfallsreichtum.

Die USA beweisen mit ihrer entschiedenen Haltung in diesen Fragen, daß sie den inneren Firlefanz der Ökologie-Bewegung sehr wohl begriffen haben. Sie wissen, daß der sogenannte Umweltschutz zu bis dahin unvorstellbaren Verschmutzungen der Umwelt geführt hat. Dies lag in seiner Absicht, im Grundgedanken seiner Verwahrlosungsstrategie.

Das Zerstörungspotential der Alternativ-Energien-Weltanschauung ist eine Gegenwelt. Das Schwarze Loch der modernen Zivilisation ist die vermeintliche Alternative zu dieser. Indem aber US-Amerika seinen Imperialismus ausbaut und verteidigt, steht es vor fundamentalen Notwendigkeiten. Es muß sich auf seine geistigen Quellen besinnen, diese Quellen waren der biblischen und christlichen Art.

Dieselben Quellen jedoch umspülen und unterspülen die Fundamente der Türme von Babylon und Manhattan. Das ist das Dilemma der westlichen Zivilisation. Indem sie sich babylonisiert, zerstört sie sich gemäß dem Gesetz ihrer Ursprünge. Indem sie sich auf diese Ursprünge besinnt, betreibt sie aktiv denselben Zerstörungsprozeß.

Dieser Prozeß ist keine gerade Bahn, sondern eher ein Labyrinth von Rinnsalen, die zusammen das große Unterlaufen ergeben und bewirken.

Die Moral der Geschichte ist, daß es sie nicht mehr gibt.

Die Selbstverwässerung Europas ist insofern produktiv, als sie die USA stärkt, und contra-produktiv, weil Europa sich damit aus dem Wettstreit ausschaltet.

Der europäische Ökologismus betreibt das Geschäft der überseeischen Konkurrenz.

Wer Europa schaden will, macht einfach so weiter. Europa versinkt in seinen Müllbergen, weil deren vernünftige Verbrennung gesetzlich verriegelt worden ist. Der Ökologismus ist - aus wohlverstandenener europäischer Sicht - ein organisierter Schwachsinn. Der Ökologismus ist in der Tat anti-europäisch konzipiert. Die rationale Vernunft des Ökologismus scheint erst auf, wenn man ihn als durchdachtes Zerstörungspotential gegen Europa als wirtschaftliche, politische und militärische Weltmacht begreift.

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