2002-06-21

Koresh Kukafka

Brecht das Ghetto auf

Was soll der Quatsch mit der Mauer

Israel lebt von der Expansion und stirbt an der Ghettoisierung, obwohl mir der Gedanke, daß, wer sich isoliert, auch überlebt, nicht ganz fremd ist.

Auch wenn ich bisweilen einen Zweckoptimismus dahinter vermute. Wer überlebte, hatte eine Gelegenheit gefunden, aus der Beschränkung auszubrechen.

Die DDR-Methode, eine Mauer um sich zu errichten und dann zu sagen, sie habe damit nur ihre Gegner einsperren wollen, ist kein Gütezeichen und keine Empfehlung.

Als die DDR gezwungen war, sich einzumauern, 1961, blieben ihr knapp dreißig Jahre bis zum Untergang und zum spurlosen Verschwinden aus der politischen Landschaft.

Wer nach dieser Erfahrung eine Mauer um sich errichtet, um Gefahren von sich abzuwenden, kommt in den Verdacht, sich "abwickeln" zu wollen.

Es lohnt sich nicht mehr, weiterzumachen, für eine Zwischenzeit bauen wir eine Mauer, um den geordneten Abzug einzuleiten.

Tatsächlich sind viele Israelis schon bemüht, sich mit ausländischen Pässen auszustatten, um am Tage X das Weite zu suchen oder schon über alle Berge zu sein.

Der israelische Mauerbau ist eine steinerne Kapitulationsurkunde.

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