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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...

2002-06-15

Koresh Kukafka

Auf die Füße

Das Unterlassene nicht sich überlassen

Am Versäumten den Faden ziehen. Den Saum aufknüpfen. Es wurde versäumt. Der Stich ist unregelmäßig. Er wurde abgelenkt. Ein schlechter Saum.

Ein säumiger Saum, verpatzt, vertan, ein bißchen verdorben. Es läßt sich entfädeln und wiederholen.

Es gibt Schlimmeres. Wer aufpaßt, verpaßt nicht. Die Sprache macht es einem nicht leicht, genau zu sagen, was man meint.

Hier geht es doch nun wirklich um einfache Sachen, die nur geklärt werden müssen. Die Alltagssprache ist das beste Mundwerkzeug, aber für diese Fragelösungen ungeeignet.

Wahrscheinlich muß man die Sache anders anpacken. Wenn die Ordnung der Dinge mit der der Sachen übereinstimmt, haben wir ein Problem gelöst.

Worin besteht denn nun der Unterschied zwischen Dingen und Sachen? Die Dinge sind eigentlich die bereits beschriebenen Sachen, die benannten und sprachlich geordneten.

Hebr. Dabhar ist sagen, sprechen, Rede, Wort, Ausspruch. das Gebot, die Verheißung, aber auch die Sache, der Vorfall, die Begebenheit, Angelegenheit, Frage, Rechtsfrage.

Es verknüpft die Sache mit dem Wort. Im deutschen Ding wie Denken klingt das germanische Thing nach. Im Englischen ist es unmißverständlich the thing. Auch Denken, to think, ist gleich dabei.

Beim germanischen Thing, der Gerichtsverhandlung, kommt die Sache mit dem Wort zusammen. In diesem Sinne entspricht Ding genau dem hebräischen Dabhar.

Debharim heißt das fünfte Buch Mosis, das Deuteronomium. Da sind die beschriebenen Dinge noch einmal beisammen, Recht und Gesetz, Gebot und Verbote.

Wir haben die Sachen nur über die Sinne vor uns. Wir können sie anfassen, sehen sie, wir hören Geräusche, riechen, schmecken. Jeder Gegenstand äußert sich so oder so. Nur mit der Sprache, der Namensgebung, der näheren Bezeichnung kommen wir nicht gleich klar.

Irgendwo scheinen wir zu ahnen oder zu wissen, daß die Dinge auch sprechen, daß sie ihren Namen nennen, daß die Namen, die wir ihnen geben, durch die Dinge animiert sind.

Vielleicht ist es ihre Morphologie, die den Namen festlegt. Wie jedes Ding eine klassische Form hat, die nur unter- oder überschritten werden kann, indem man sie verzerrt und verdirbt, so mag es mit dem Namen sein.

Doch wie die Mode jede Klassik über den Haufen wirft, so hat Gott die Sprache durcheinander gebracht, so daß wir nur noch eine Vielzahl von Namen entdecken, aber nicht mehr wissen sollen, welcher nun der einzige und wahre sei.

Die Verwirrung der Sprachen ist Gottes-, nicht Menschenwerk. Das Verwirrspiel der Modemacher ist in diesem göttlichen Sinne durchaus kreativ. Als ob Gott den Firlefanz selbst in die Welt gesetzt hat, vielleicht um seinen Geschöpfen die Korrektur zu überlassen.

Kriege ich meine japanischen Badelatschen nun doch noch? Ihre Form ist klassisch ewig, älter als Ur. Die Spannlinie verläuft analog zwischen Daumen und Zeigefinger.

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