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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
2002-06-02
Kein Rückblick kann uns retten. Das ganze Team denkt wie ein Mann, und das hat einen Sinn, wenn jeder denkt, was er denkt, nicht nur nachdenkt, was andere denken, was der Boß denkt, wer auch immer das sei. Wenn jeder gelernt hat, was er zu wissen glaubt, wenn er seine Erfahrungen aufgehoben und zum Bestandteil seiner Operationen gemacht hat, dann haben wir eine neue Qualität, das ist klar. Aber an so was glaube ich nicht.
Wenn alle denken wie ein Mann, ist es falsch gelaufen, ist alles falsch gelaufen. Dann haben wir eine Partei vor uns, deren Mitglieder einer Parteidoktrin folgen und nicht ihrem autonomen Denken. Da reicht es, mit einem zu verhandeln. Die andern zählen lediglich als Masse.
Das Dorf war kein Dorf, denn in meinem Dorf lebten nur selbständige Menschen, jeder in seiner eigenen Art. Wir hatten viele Originale im Dorf, lustige Leute, die wußten, was sie taten, was sie wollten. Als das Dorf aber kein Dorf mehr war, da hatte die Stadt von uns allen Besitz ergriffen, ihre Verführung, ihre Lüge, wir würden es besser haben als je zuvor.
Dieser Selbstverrrat war ein Schwächezeichen, ebenso verständlich wie unverzeihlich. Das Dorf war kein Dorf mehr, weil es keins mehr sein wollte. Es nannte sich ein Städtchen, was es nicht war, nur sein wollte. So verloren wir den Boden unter den Füßen.
Schon einmal hatten wir die Bestimmung, unsere Selbstbestimmung aufgegeben, hatten gewechselt. Wir wollten zur Ruhe kommen, kamen aber nur aus der Bewegung, vom Wege ab. Regelrecht.
Wir ließen uns irgendwo am Rande nieder, wo wir blieben und die Welt veränderten. Jede Veränderung ist eine Verschlechterung. Wir können gar nichts besser machen, schlechter aber wohl.
Ich verfluche den Fortschritt, weil er eine Lüge und ein Selbstbetrug ist, denn der Fortschritt tritt auf der Stelle, ist ein Ersatz für unser Leben als Wandervolk. Das hätten wir niemals aufgeben dürfen. Jeden Preis hätten wir für unsere Treue entrichten müssen, jeden Preis. Die Untreue hat uns groß und häßlich gemacht, indem wir räumlich wuchsen und im Geiste verkümmerten. Wir wußten nicht mehr, was hinten und was vorne war. Der Mensch hat seine Gebrechen und Prothesen sich zur zweiten Natur gemacht und die erste dabei verlernt und vergessen.
Das Versprechen hatte uns stark und sicher gemacht, wir mußten nur daran glauben. Aber nicht es halten wollen.
Es war nicht unser Versprechen, sondern das Versprechen für uns und an uns: Ihr werdet's gut haben, es wundervoll und wunderbar finden. Voller Wunder und ihrer bar zugleich. So dumm waren die Zoani, als sie sich niederließen. Nun waren sie keine Zoani mehr, sondern Gleiche unter Gleichen. Auswechselbar geworden.
Die wesentliche Voraussetzung für den Schritt in die Stadt. Glaubt nicht an den freien Bürger. Der Bürger ist nicht frei. Der Freie niemals Bürger.
Wenn im Winter die Teiche vereisten, warteten wir nicht lange, um auf eisernen Kufen über die kalte Glätte zu sausen. Es war ein Sausen auch in den Ohren. Die geistigen Höhenunterschiede machten uns zu schaffen. Unterschätzt diese Differenzen nicht!
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