2002-06-13
Eine heilsame Übertreibung, nicht ohne Grund. Der Bau hat mich ruiniert, wie er nur sich ruinieren kann. Die Ruine ist ein zerstörter Bau.
Mit dem Bau hat sich das Baugewerbe ruiniert.
Die "wirtschaftliche Lage" in Europa ist seit langem so, daß die Löhne "von außen" unterboten werden, die Arbeiter für den halben Lohn arbeiten sollen.
Diese Schande trifft uns alle. Das hat mich ruiniert.
Ich habe mir auch ein bißchen die Knochen kaputt gemacht, aber zur Ruine bin ich geworden beim Anblick der Niederlage der Arbeiterschaft in ihrer historischen, wenn auch nicht jedem Arbeiter einsichtigen Kampfsituation.
Die Arbeiter vom Bau jedenfalls glaubten in den siebziger Jahren an die ewige Konjunktur, den unaufhaltsamen "Aufwärtstrend" ihrer materiellen Entwicklung.
Dieser Irrtum war ein strategischer Fehler und hat in die Katastrophe geführt.
Die Berliner Bauarbeiter waren am Aufbau der neuen Hauptstadt Berlin so gut wie nicht beteiligt. Das ist eine Kränkung der Arbeiterklasse, die sie nicht auf sich sitzen lassen kann.
Ja, dieser Bau hat mich in der Seele ruiniert. Der deutsche Arbeiter hat in dieser aktuellen Frage keinen Kampfgeist entwickelt, bestenfalls und schlimmstenfalls gegen seine eigenen Kollegen.
Da kommt man auf den Gedanken, daß er es nicht anders verdient habe. Der Resignation folgt auf dem Fuß: Damit werden wir uns nicht zufrieden geben.
Siehe auch:
Class Clash: Lummert - IG Bau-Steine-Erden
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