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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...

2002-08-03

Hob Art

Er steht nicht im Internet

Die allmähliche Nichtexistenz

Das Gute und das Böse

Wer nicht im Internet steht, existiert allmählich nicht mehr. Nicht einmal das Militär hat dagegen eine Chance.

Die Diskussionen, die Kriege, sie finden im Internet statt. Selbst der Waffenhandel geht daran nicht vorbei.

Manche Kriege sind auf diese Art und Weise verhindert worden, oder sie ereigneten sich, wurden aber nicht zur Kenntnis genommen, weil die Net-Adresse nur wenigen geläufig war.

Zeitungen und Zeitschriften, die vom Kiosk an der Ecke lebten, verzichten auf hohe Umsätze, um am Internet beteiligt zu sein.

Vor einigen Jahren noch diente das Internet den Redaktionen als Hinweiswerbung: Seht her, was wir gerade drucken, am Montag müßt Ihr es unbedingt kaufen.

Große Tageszeitungen, wie Die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, und Wochenpublikationen, Der Spiegel, Focus, Die Zeit, bedienen ihre Print-Leser vorab im Internet, mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dann nicht mehr gekauft zu werden. Der deutsche Ausschnitt ist nur ein Klacks im internationalen Vergleich. Die ganze Welt ist internetzt.

Die Zeitungen werden ihrem Namen wieder gerecht und präsentieren sich zur Minute aktuell. Sie haben sich zu elektronischen Nachrichtenagenturen gemausert.

Das Internet ist die moderne Enzyklopädie des Wissens, der alles krönende kulturelle Beitrag des elektronischen Zeitalters.

Das neue Medium ist aber eines der Freiheit, wo kein Geld verdient werden kann. Das ist das wirklich Tolle und Faszinierende an der Geschichte.

Die technologischen Revolutionen haben schon einiges über Bord geworfen; daß sie auch dem Geschäft abträglich sein könnten, hatte wohl niemand gedacht.

Die Verlage verzichten freiwillig/unfreiwillig auf Gewinn, sie können nicht anders. Sie müssen mitfahren. Wer diesen Zug verpaßt, bleibt allein auf seinem alten Bahnsteig zurück.

Bücher werden als Herunterladware kostenfrei geliefert. Wer im Internet arbeitet, denkt an Geld zuletzt.

Ich will damit nicht sagen, daß die Wirtschaft vor einem digitalen Selbstmord stehe, obwohl beispielhafte Insolvenz-Katastrophen wie bei WORLDCOM etwas derartiges zu signalisieren scheinen.

Nun ja, die Wirtschaft wird irgendwie umsatteln müssen, ehe sie auf sich verzichtet. Daß sie andererseits aber auf das Wunderspielzeug Internet verzichten könnte, liegt eher im Bereich des Unwahrscheinlichen.

Sollte eines Tages das Netz kaputt gehen, wird noch einiges andere mit gehen. Die technologische Komponente des Globalismus schwingt sich zum Herrn der Ringe auf, was wie eine transzendentale Intervention anmutet.

Das kann doch nicht wahr sein!

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