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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
2002-06-02
Große Kontinente tragen die Namen ihrer Eroberer. Afrika, Amerika. "Australien" verdankt sich einer Himmelsrichtung. Die Menschen wurden nach ihrer Hautfarbe benannt. Ein äußerst primitives Verfahren. Dann wurden sie verwertet oder ausgemerzt. Die zwei Amerikas sind ein besonders tragischer Fall. Nicht nur die alten Namen sind verschwunden, auch die Menschen sind nicht mehr da.
So sieht es an der Oberfläche aus. Viele Menschen kamen um, ihre Geschichte wurde begraben. Wer den Ton angibt, erwähnt sie nicht mehr.
Wer den Ton angibt und die Bilder zeichnet, die Fotoserien in die Welt setzt, die Filme dreht, das Fernsehen regiert, der regiert eben alles andere gleich mit. Das Medienzeitalter regelt sich nach der Natur des Zeigens und sinnlosen Sagens.
Unter der Haut des unüberhörbar Unübersehbaren existiert eine andere Welt, die eigentliche und wirkliche, die sich vom Scheine nicht beeindrucken läßt. Der falsche Schein ist ihr Schutz. Es ist nicht ihr Schein, sondern der fremde Schein der Verdrängung. Die uralte Welt existiert fort in ihrer Verbannung.
Die okkupierte und fremd bestimmte Welt hat ihren eigenen Zauber, ihre eigene Poesie und eine Weisheit, die dem Scheine und seiner Welt fehlt.
Die Welt des Scheins ist die Welt des Westens, wo die Sonne untergeht.
Die Welt des Seins ist hinter dem Schein. Das Leben ist anders.
Die westliche Scheinwelt hat allerdings viel dazu beigetragen, die Wahrheit hinter der Verlogenheit sichtbar zu machen, indem sie sich durchsichtig machte.
Der Blick durch den Schein gibt ihm seinen Sinn zurück.
Hinter der Neuen Welt wird die Alte Welt sichtbar, nicht Europa, das sich so nannte, sondern die Alte Welt lange vor Europa.
Die Überwindung der Scheinwelt ist eine Selbstüberwindung.
Der Schein lebt von den Ressourcen. Die Ressourcen sind die Realität. Und sie sind die Uralte Welt, die nicht untergegangen ist, sondern sich im Ruhe- und Wartezustand befindet.
Afrika, Amerika und Asien existieren. Was immer der Schein ihnen aufgedrängt haben mag. Es muß nur einer die Scheinwerfer abschalten.
Lenin verstand den Kommunismus als Deutsche Reichspost plus Elektrizität. Von der perfekten Organisation der Deutschen Reichspost leitete er seine Sozialismus-Vorstellungen ab. Die Elektrizität sorgte für das infrastrukturelle Leben. Der elektrische Strom war der Strom der Sekrete, der den Kommunismus lebendig machte.
Die Leninschen Sozialismen sind verschwunden, die Reichspost gibt es auch nicht mehr, ihre Nachfolgerin ist zerstückelt und privatisiert worden und längst nicht mehr, was das alte Postamt mal war. Es gibt die Post jetzt mehrmals, es lohnt sich nicht, sie noch zu erwähnen. Für den Sozialismus taugte sie ohnehin nicht.
Die Elektrizität ist geblieben und beherrscht die Welt aufs raffinierteste. Auf dem Wege der Elektronik ist alles hochsensibel, leistungsfähig und angreifbar geworden. Sie ist der Lebensstrom des Scheins, der die uralte wahre Welt verdeckt.
Wenn wir die Steine aneinander reiben, um Feuer zu machen, oder die Sonnenstrahlen nutzen, erst wenn wir das tun, tun müssen, werden wir frei sein vom Schein. Dann wird der menschliche Geist seine große Phantasie wieder auswickeln können, die so lange verpackt bleiben mußte.
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