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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...

2002-07-27

Hakal

Einigkeit und Recht

Gegen die Freiheit des Gebotenen

Einigkeit herrscht in Fragen des von Gott Gebotenen. Das geschriebene Recht ist Ausdruck dieser Einigkeit.

In Fragen des von Gott Gebotenen herrscht Einigkeit, und das geltende Recht in unserer Gesellschaft weicht davon nicht ab.

Die Einigkeit - ein weitgehender gesellschaftspolitischer Konsens - richtet sich gegen die Freiheit des Gebotenen.

Die Gottlosigkeit ist ein - wenn nicht das - Bindemittel der bundesrepublikanischen Gesellschaft.

Was im Grundgesetz noch dagegen spricht, sind Überbleibsel aus einer anderen Zeit.

Man sollte in Deutschland vor dieser Wahrheit nicht die Augen verschließen.

Die vielen Grundfragen, die die Menschen bewegen, werden von der politischen Kaste atheistisch beantwortet.

Die kleinen - da und dort gewollten - Einsprengsel aus christlichem - ethischem, gottbezogenem, religiösem - Denken mögen das eine oder andere Gewissen beruhigen; sie sind nichts als - einstweilen noch opportune - Imagepflege.

Es gibt im Moment viele Gründe, die Abkehr Amerikas von Europa und die europäischen Reaktionen darauf zu registrieren und sogar zu unterstützen.

So entfallen die beiderseitigen Beeinflussungen.

Die unter der Bush-Regierung zu beobachtende - fast fundamentalistische - Re-Christianisierung der amerikanischen Gesellschaft färbt auf Europa und damit auf Deutschland um so weniger ab, je weiter sich die politischen Kontinente voneinander entfernen.

Es ist durchaus abzusehen, daß das einst christliche Abendland seine kulturellen Wurzeln vollends aufgibt.

Die Trennung von Amerika hat freilich die wahrscheinliche Konsequenz einer Annäherung an Rußland.

Die eurasische Idee - in der einen oder anderen Ausformung - mag diese Entwicklung bzw. diesen Paradigmenwechsel geopolit-ideologisch überwölben.

Das entscheidende Merkmal einer solchen Tendenz liegt jedoch im religiösen Einflußbereich. Mitteleuropa - nicht das ganze Europa - könnte sich mit der russischen Orthodoxie anfreunden, nicht aus religiöser Inbrunst, sondern weil ein starkes Rußland als politisch fordernder Faktor auf den Plan tritt, wenn die USA sich aus Europa zurückziehen.

Der politische Druck würde gemildert, wenn er - nach dem Scheitern des Kommunismus - mit einer neuen Ideologie hereinspaziert.

Die Ostkirche, die insgesamt mehr als nur Rußland umfaßt, gewinnt im ideellen Bereich ihre alte Bedeutung und Faszination zurück.

Das westlich aufgeklärte römische Christentum samt seinen reformatorischen Dissidenten hat in der Sicht des Ostens das Geheimnis verraten und damit seine Kraft verloren.

Die östliche Mystik ist in den orthodoxen Kirchen von alters her beheimatet und erinnert tiefste Vergangenheiten zurück.

Der europäische Atheismus könnte aus seiner inneren Verloren- und Verlassenheit heraus die alte - orthodoxe - Religion wieder entdecken.

Eine bedenkenswerte Alternative?

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