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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
2002-07-10
Wollte ich von meinen Plänen sprechen, ohne mich vorzustellen.
Denn jeder kann mich kennen.
Blicke ich zurück, wird mir wirr im Kopf. Ich komme nicht darüber hinweg, daß alles anders abgelaufen ist, als ich gedacht und es vorgesehen hatte.
Mit mir hat es begonnen. Ohne mich wäre in Vergessenheit geraten, was jedem im Gedächtnis ist.
Denn Zeichen, Symbole und Schriftzüge bleiben haften. Gesprochene Worte sind auf der Flucht, steht der Sinn nicht nach ihnen.
Der Lauscher nimmt auf und legt weg, muß es wieder finden. Er muß suchen.
Ich habe gezeichnet und fotografiert. Jetzt steht die Bewegung der Bilder an, doch sie bewegen sich nicht. Ich spreche über jene, die es nicht gibt.
Der Besuch der vergessenen Stadt war meine Idee, sie ist von anderer Seite aufgegriffen worden, weil ich den Mund nicht halten konnte.
Auch gemeinsam kommen wir nicht weiter. Der Zufall bringt nicht alles ins Haus oder in den Schoß.
Wie gelangt die Erinnerung ins Vergessen? Sie hebt es auf. Oder die Erinnerung gerät in Vergessenheit.
Kann die Antwort die Frage erhalten, wie die Frage eine Antwort?
Als wir in die Stadt kamen, fiel uns alles wieder ein, nicht gleich, aber Stück um Stück. Das nachhaltige Mauerwerk. Fehler im Gewebe eines Teppichs. Der Tisch, an dessen Ecken sich die Königin so oft gestoßen hatte, daß es das Land verstörte.
Wie sich die Mängel hervorwagten. Gründe des Vergessens.
Ein verdorbenes Königreich hüllt sich in Scham.
Was sich verdeckt, hat gewiß nicht gesiegt. Seine Niederlagen waren ehrlos. Anders müßte es sich nicht verbergen.
Neue Pläne ersetzen die mißlungenen alten. Es ist schon später, als du denkst, stand geschrieben an der Wand.
Und niemals zu spät, kritzelte Krakel darunter.
Ich stehe auf der Fahndungsliste, war der Unauffindbare. Bin der niemals Enthüllte. Der glaubte, mich entdeckt zu haben, war sich dessen nicht sicher.
Mit der Filmkamera wollte ich die Welt verändern. Ich kam spät damit, gebe ich zu. Dennoch trage ich etwas bei, woran noch niemand gedacht hat.
Ich wähle ein koreanisches Modell, favorisiere die Firma Samsung. Sie ist der Grund, weshalb ich jetzt keinen Film vorführe, sondern unter die Geschichtenerzähler gehe.
Denn Sam hat gesungen. Korea liegt so nah. Ich dachte an Qorach und wollte es nicht glauben.
Er sang und hat gesungen. Die Gesänge nisten in den Ohren.
Ich bin blind geworden am Sucher und am Monitor.
Es klingt in mir nach, was Sam zu singen und zu sagen hatte.
Nun, es war ihm aufgetragen. Derweil ich der Worte gedenke, setzt sich in mir fest, du sollst dir kein Bildnis machen. Ich, Gutz Gauch, habe aber nie etwas anderes getan, habe Bild an Bild, Symbol an Zeichen und Krakel gesetzt.
Noch bin ich zu retten?
Ich war es nicht, der das Bilderverbot in Zweifel zog. Ich habe nie darüber nachgedacht. Es war nicht mein Metier.
Und nun so was, das mir!
Ich will Bilder machen, mich den Zeitläuften anpassen, meine Bilder in Bewegung setzen, sie auf Trab bringen, da stellt sich die Kamera dazwischen, statt mir zu helfen, was ihres Zwecks ist, erzählt sie mir die Geschichte von dem Poeten Sam.
Das ist wie: Höre Israel! Mach sehen mit deinen Worten, aber mach keine Bilder.
Und das soll ein Zufall sein?
Aber natürlich ist es das. Es fiel dir zu und direkt in den Schoß. Der Sucher hat dir die Blindheit offenbart.
Sam hat dir sein Lied gesungen. Unüberhörbar. Hattest du damit gerechnet?
Wer ist Gutz Gauch? Varnsdorfs Frage war nicht zu beantworten. Erst als ich das Bildermachen auf die Spitze trieb, konnte ich entdeckt und identifiziert werden.
Ich stehe bloß da und bin es zufrieden.
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