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Der Krieg ist der Vater der Dinge. -HERAKLIT

2002-05-28

tauhid-stiftung
Ustad Tarik T. Knapp

An die Frankfurter Allgemeine Zeitung
FAZ

Leserbrief

Ich abonniere die FAZ wegen ihrer sonst in der deutschen Tagespresse nicht zu findenden umfassenden und detaillierten Auslandsberichterstattung. Jedoch entsprechen Überschrift und Teile der Glosse "Enttäuschend" (28.5.02) nicht den in derselben Ausgabe berichteten Tatsachen.

Daß Pakistans Präsident Musharraf in seiner jüngsten Ansprache nur Bekanntes geboten habe, wird schon im Aufmacher (S.1) widerlegt. Musharraf habe, so lese ich da, in seiner Rede an die hinduistischen Grausamkeiten nicht nur an den indischen Muslimen erinnert, sondern auch an die den indischen Christen sowie den hinduistischen Unterklassen angetanen. Damit hat sich meines Wissens zum ersten Mal ein islamischer Politiker nicht nur auf seine verfolgten Glaubensgenosscn bezogen, sondern ausdrücklich auch auf alle Menschen in Indien, die unter dem unmenschlichen Kastensystem zu leiden haben. Hier hat Musharraf jene traditionalistisch-muslimische Selbstbezogenheit aufgegeben, die z.B. im Nahen Osten so oft beklagt wird, zugunsten einer allgemeinmenschlichen Solidarität der Entrechteten und Verfolgten.

"Enttäuschend" kann dies allenfalls für jene sein, die verlangen, daß der die Entrechteten benachteiligende Status quo in Asien nicht erschüttert werde vom Verlangen nach größerer Gerechtigkeit. Aber dergleichen darf realistischer Weise auch nicht erwartet werden! Die wohlinformierten Berichte von Werner Adam und Erhard Haubold in der gleichen Ausgabe der FAZ illustrieren vielmehr eine historische und aktuelle Situation auf dem indopakistanischen Subkontinent, die auch bei größter Submissivität des schon geschwächten Musharraf Frieden nicht ermöglicht. Das wird die nächste Zukunft schon erweisen.

Ob wir den Frieden wünschen oder nicht: Die antihumanitäre Arroganz des regierenden hinduistischen Kulturrassismus führt fast automatisch zur Destabilisierung der Indischen Union und zur politischen Offensive des subversiven Monotheismus - arabisch: des Tauwhid - gegen Rassismus und Kastentyrannei.

Die Muslime Kaschmirs und Indiens sind da nur die Vorhut der verfolgten Christen, Unterkasten und Kastenlosen gegen den Hinduismus. Der Westen würde sich abermals selbst verraten, wenn er aus Stabilitätserwägungen auf die Seite des menschenverachtenden Hinduismus der in Indien Herrschenden treten würde.

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