free download kokhavivpublications.com NewCatch - online exclusive The Dynasty

Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2002-09-05

Avram Kokhaviv

Der Krieg gegen Saddam

Der geplante und wahrscheinlich längst in die Wege geleitete Krieg gegen Saddam Hussein ist nicht nur ein Skandal. Er ist eine Notwendigkeit aus vielerlei Gründen.

Das Anti-Terrorismus-Abenteuer Afghanistan war offensichtlich ein Schlag in den Sand. Mit großem Getöse verlassen die Amerikaner soeben den afghanischen Schauplatz. Ein klassischer Rückzug, der sich als nächste Stufe des Krieges deklariert.

Das Desaster war vorhersehbar, aber darum geht es jetzt nicht. Es geht vielmehr darum, den heiligen Krieg fortzusetzen, dessen eine Hälfte die Amerikaner zu bewältigen haben. Heilig ist der Krieg an sich, nicht nur aus der Sicht der einen oder der anderen Seite.

Der Feldzug gegen den Iraq hat als zweiten Aspekt die militärische und politische Entlastung Israels. Das entscheidende Ungleichgewicht zwischen den angenommenen Kriegsparteien ist militärischer und politischer Natur. Der Westen hat die militärische Übermacht, wie er sie in den vergangenen Jahrzehnten immer und überall gehabt hat, dennoch war es ihm nicht vergönnt, einen klaren Sieg zu erringen. Er hat sich überall in der Dritten Welt unbeliebt gemacht, so daß dort nur noch auf seinen endgültigen Untergang gewartet wird. Und dieses Warten geht gerade dem Westen an die Nerven.

Der Westen kann heute nicht einmal mehr seine in Europa stets stechende Karte ausspielen. Er hatte es immer verstanden, den Deutschen oder den Russen den Schwarzen Peter zuzuspielen. Daß die Deutschen den Ersten und den Zweiten Weltkrieg begannen, lag in den internationalen Beistandspakten begründet, und die wurden zweifellos als Mittel eingesetzt.

Diesmal funktioniert das nicht so. Es ist wie in einem typischen Western, wo der bessere und schnellere Schütze nur darauf wartet, daß der andere zur Waffe greift. Doch weder Syrien noch Iraq haben dergleichen bisher getan. Der Westen versucht, ihnen dies oder das in die Schuhe zu schieben, aber bewiesen ist gar nichts. Wer das Attentat auf Manhattan und Washington zu verantworten hat, ist bis heute, falls es nicht die Amerikaner selber waren, völlig ungeklärt. Es wird versucht, ein paar subalternen "Terroristen" Bekenntnisworte in den Mund zu legen. Aber bisher hat keine "terroristische" Autorität sich zu der Tat bekannt. Sie haben sich gefreut, aber nicht bekannt. Das ist ein sehr wichtiger Unterschied. Gäbe es die Al-Qaida als die, die sie sein soll, warum hätte sie sich nicht zu der Tat bekennen sollen, wenn sie es denn war? Es hätte sie mit einem Zug an die Spitze der anti-imperialistischen Bewegung gebracht. Aber sie hat sich nicht dazu bekannt. Ohne es getan zu haben, kann sie sich auch nicht einfach bekennen, nur um sich wichtig zu tun, weil alle Eingeweihten wissen, daß sie damit mit höchster Wahrscheinlichkeit nichts zu tun hatte.

Irgendjemand hat wahrscheinlich frühere Drohungen gegen den Westen beim Wort und das Heft des Handelns selber in die Hand genommen.

Der Westen ist tatsächlich in der fatalen Lage, seine Kriege nun selbst anfangen zu müssen. Die Falle von ehedem klappt nicht mehr.

Amerikas Krieg ist ein Krieg nicht nur gegen den Islam, sondern gegen ganz Asien und darüber hinaus die gesamte nicht-amerikanische Welt.

kokhaviv publications > NewCatch > online exclusive
kokhaviv publications > NewCatch > security > What happened on Sept. 11

© Copyright 1999 - 2002 kokhaviv publications