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Die Freiheit ist unsere Sicherheit
2002-08-03
Johannes und Germana von Dohnanyi, Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg. Al-Qaida in Europa. Pendo Verlag GmbH, Zürich 2002
Das eine oder andere erinnert an vergangene Jahre:
Mohammed Atta und seine achtzehn Mordgesellen hatten die Träume der Islamisten und der Nazis erfüllt und den Krieg nach Amerika getragen. Kein Wunder, daß "Ahmet" Huber und seine Freunde den 11. September bejubelten.
Seit Jahren zieht der 1927 geborene Huber als Festredner "im Rahmen der islamischen Bewegung" auf allen Kontinenten von einem rechtsextremen Treffen zum anderen.362 (= Interview mit Huber in Der Morgernstern, Schweiz (?-kkk), Nr. 1, 1998)
Von Teheran aus, wohin er sich vor einer fünfzehnmonatigen Haftstrafe geflüchtet hatte, lud der Schweizer Rechtsextremist Jürgen Graf im Frühling 2001 zu einer internationalen Konferenz nach Beirut ein. Teilnehmer sollten international bekannte Holocaustleugner und NS-Revisionisten sein. Huber hatte Graf von Europa aus bei den Vorbereitungen geholfen. Die Festansprache unter dem bezeichnenden Titel "Endlösung der Judenfrage" sollte der vom Linksterrorismus nach rechts außen abgedriftete Berliner Rechtsanwalt Horst Mahler halten. Erst auf internationalen Druck hin wurde das Treffen in letzter Minute von der libanesischen Regierung verboten. Dafür wurden auf der von Mahler presserechtlich verantworteten Internetseite des "Deutschen Kolleg" die Terrorangriffe vom 11. September 2001 mit folgenden Worten gerechtfertigt: "Die militärischen Angriffe auf die Symbole der mammonistischen Weltherrschaft sind - weil sie vermittelt durch die Medien den Widerstandsgeist der Völker beleben und auf den Hauptfeind ausrichten - eminent wirksam und deshalb Rechtens.363
Die von Graf und Huber organisierte Konferenz wurde statt in Beirut schließlich in Moskau abgehalten. Die russische Regierung hatte keine Einwände und früher stramm kommunistische Journalisten fanden nichts dabei, auch in angesehenen Zeitungen über die Gefahr des Weltjudentums und die globale Verschwörung des von "den Juden" kontrollierten "Kapitals" zu spekulieren.
Seite 247 (Hervorhebungen kkk)
Das sind konkrete und nachprüfbare Angaben. Die ständigen Verknüpfungen mit Al-Qaida und Osama Bin Laden indessen erwecken den Eindruck, daß alles irgendwie auf einen Nenner gebracht werde müsse.
Das Gefühl, weitläufigen Spekulationen ausgeliefert zu sein, ist bei der Lektüre stark. Dennoch sollte das Buch unbedingt gelesen werden. Die Autoren verarbeiten viele Fakten und Zusammenhänge, geben Quellenhinweise. Der Leser kann sich kundig machen und erfährt manches, was er vorher nicht wußte.
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