2002-08-03
Dorothea S. Baltenstein, Vier Tage wæhrt die Nacht. Roman. Herausgegeben und bearbeitet von Michael Schmid. Eichborn AG, Frankfurt am Main, Juli 2002
Die Schauergeschichten spielen im nachnapoleonischen Europa, in Britannien/Schottland zumal, und wurden in Schlesien geschrieben, wenn man das Schicksal des Buchmanuskripts nicht als einen weiteren Beitrag zur Verrätselung der Ereignisse verstehen muß.
Erstaunlich das Bedürfnis der Geister, nach einer Zeit der Aufklärung die Welt schnell wieder zu verhüllen.
Dazu lädt ein schottischer Schriftsteller die literarischen Größen seiner Zeit aufs dunkle Schloß nahe Loch Ness, beschwört ein wiederkehrendes Datum, holt Altvergangenes hervor, verwirrt und fasziniert die illustren Gäste.
Die interessante Geschichte einer Nacht, die vier Tage währt. Der Aufenthalt auf dem Schloß ist ein Verlassen des lichten Tags der intellektuellen und emotionellen Gewißheiten.
Die allgemeinen historischen Bedingungen solcher Literatur helfen vieles erklären.
Das verwunschene Schloß und die Rätsel des Lebens gewinnen die Oberhand. Der literarische Erfolg wird zum Sommer-Loch-Ness.
Die Welt hatte ihre Aufregungen abgestellt und wandte sich dem stillen Prickeln zu.
Es gelingt der geheimnisvollen Autorin, sie verstarb - kaum dreißig - bereits zu Beginn des 20sten Jahrhunderts, die Nacht und den Tod herein zu bitten und die Leser in ihren Bann zu ziehen.
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