2002-05-31
Das sehen wir uns an. Der Mensch hat seinen Platz, und sei es am Rande oder außerhalb. Ob er ihn gefunden habe, darauf gibt es keine Antwort.
Die Welt sagt ruhelos das Gegenteil. Wer sucht und hat nicht gefunden, das Nötigste nicht... Beschränkt aufs Wo? ist zu ergänzen: Wo bist du, wo bin ich?
Wohin? fragt: Wo werden wir sein, wohin schiebt es uns, wohin sollen wir gehen? Sind wir nicht schon immer dagewesen?
Wer fragt, hat es in sich: die Frage ist ein Teil seiner Identität. Niemand fragt nach Wo und Wohin, der nicht die Antwort in sich weiß.
Der französisch-kanadische Film Begegnung in Venedig ist eine Inspiration, die Lefeu veranlaßt hatte. Seine harlekinischen Projektionen sind angekommen und aufgegriffen und weitergegeben worden. Zufall und Fügung, Schicksal und die Anleitungen Gottes, der erst entdeckt werden mußte. Nach dreißig Jahren. Ende oder Anfang. Ende und Neubeginn.
Was wird nun aus Harwich? Die plötzliche Eingebung, die Idee, die Vermischung der Phantasie mit der Realität.
Die Lüge, die das Leben bunt anmalt und wie Regentropfen das häßliche und alltägliche Gesicht ins Wunderbare hineinstellt. Es wird schön, wie es immer war, und wir sind blind gewesen.
Daß der Bruder um seine Schwester sich nicht sorgte, weil er wußte, sie werde heimkommen zur richtigen Zeit. Ihr Vater war siebzehn, als Mario geboren wurde. So hieß er doch?
Je trauriger, je großartiger ist das Leben. Der Tragische kommt den Göttern nah, in der Trauer, das ist die Erkenntnis seiner Situation. Das Unausweichliche ist ein Wunder, kein Schrecken.
Das Wo und das Wohin, alles ist in ihm festgelegt. Er trägt es mit sich herum, muß es nur entdecken, den Kompaß aufklappen. Zukunft ist Widerspiegelung und ein Akt der Selbsterkenntnis. Wenn das so einfach ist, warum machen wir es uns schwer? Das Einfache ist das Schwerste. Meist wird es übersehen.
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