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Die Freiheit ist unsere Sicherheit
2002-05-25
Die euro-islamische Strategie entstand vor etwa zehn Jahren aus Anlaß der Kriege am Golf und in Bosnien - unter dem Eindruck der Gefahr, daß mit diesen Kriegen und ihren immanenten Verfehlungen Deutschland politisch auf der Strecke bleiben könnte.
Die spätere Entwicklung hat diese Gefahr nicht beseitigt. Sie ist ohnehin nur sozusagen unter der Haut zu spüren und zu erkennen. Wir müssen immer wieder an die Implikationen der Feindstaatenklauseln in der UN-Charta erinnern, die nach wie vor gelten, auch wenn sie regierungsoffiziell in Deutschland als "obsolet" heruntergespielt werden.
Wenn Präsident Bush II in seiner Berliner Bundestagsrede im Zusammenhang einer neuen Weltordnung die Deutschen freundlich ermahnte, sie sollten bezüglich ihrer Bündnispolitik jetzt keine Fehler machen, so ging das im Berliner Umfeldfeuerwerk wohl unter. Es war aber vielleicht das wichtigste Wort, das der Präsident an das deutsche Volk richtete.
Zu solchen "Fehlern" rechnet zweifellos auch der Gedanke an eine euro-islamische Strategie, die in Zeiten ihrer Entstehung von der offiziellen Regierungspolitik weit entfernt war. Inzwischen haben die historischen Umschaltungen insbesondere nach dem Flugzeugattentat auf Manhattan die ganze Frage sehr brisant werden lassen.
Die euro-islamische Strategie impliziert zweifellos auch diese Verschärfung in der Auseinandersetzung des Westens mit der islamischen Welt.
Sie war bereits in populärgeschichtlichen Werken wie etwa Huntingtons Theorie des Zusammenstoßes der Kulturen, die ja weniger eine Analyse als ein strategisches Konzept darstellt, vorgesehen.
Die in kuckuck feder 2, Herbst 1992, dargelegten ersten "Undisziplinierten Überlegungen zu einer euro-islamischen Strategie" setzten eigentlich nur fort, was der monotheistische Grundgedanke schon lange gefolgert hatte. Das projekt Yishmael erschien bereits 1988 in einer programmatisch-offensiven Fassung. Es war sicherlich die post-israelische Konsequenz.
Der toranische Grundgedanke verband Israel mit dem Islam. Die späteren etymologischen Untersuchungen brachten Deutschland als verhülltes Davidsland ins Spiel. Eine Zusammenfassung dieser Theorie bildeten die Transzendentalen Vorfelder einer euro-islamischen Strategie. Deutschland und der Antijudaismus der Deutschen. Der Name "Deutsch" und seine Bedeutung. Sie erschienen erstmals in kuckuck feder 6, Frühjahr 1996. Erst jetzt erhält die "Strategie" ihre Brisanz.
Der kuckuck kann für sich in Anspruch nehmen, antagonistische Tendenzen, wie etwa: "Den Terror nach Amerika tragen", vor rund zehn Jahren vorausgesehen zu haben. Der Gedanke folgte nicht aus islamischen Strategien, sondern aus der aggressiven Politik des Westens gegen den Islam.
In der Einschätzung US-Amerikas waltete stets eine gewisse Ambivalenz. Einerseits waren die Vereinigten Staaten aus Völkermord und Sklaverei hervorgegangen, andererseits bleiben sie als Verkünder und Realisierer der Idee der Freiheit in der Welt unverzichtbar.
Die euro-islamische Strategie des projekts Yishmael hatte eine ebenso einfache wie komplizierte Bündnispolitik im Sinn, die die scheinbaren Erzfeinde Deutsche und Juden, Juden und Araber/Muslime im Geiste des toranisch-quranischen und deutsch-philosophischen Erbes, gedacht war an den Kategorischen Imperativ Kants, gegen den Polytheismus und Atheismus asiatischer und europäischer Provenienz zusammenführen sollte, wobei die monotheistisch-polytheistische Mischgestalt des Christentums als problematisch erschien.
Die weltpolitischen Zentren der Machtpolitik haben nun freilich eine ganz andere Konstellation gewollt und erzwungen. Die traditionell christliche Welt steht im Bündnis mit Israel im Krieg gegen den Islam. Dabei muß man genauer unterscheiden. Die politische Konstruktion bindet das protestantisch-fundamentalistische US-Amerika und das antikatholische Europa mit dem christ-orthodoxen Rußland zusammen.
Diese Konstruktion verspricht allerdings keine lange Dauer, da die Komponenten nach Lage der historischen Vorbedingungen nicht zusammenpassen und allenfalls kurzfristig angelegten Zweckinteressen folgen. Insofern ist diese eher künstliche Politik nicht allzu ernst zu nehmen. Andererseits enthält sie ein beträchtliches Drohpotential.
Daß der Westen gegen den Islam rüstet und ihm mit dem Vorwurf des "Terrorismus" den totalen Krieg erklärt hat, ist nach dem kuckuck-Konzept einer euro-islamischen Strategie logisch und zugleich, was die USA angeht, nicht wünschenswert.
Deutschland-Europa ist momentan in eine schwierige Lage zwischen Amerika und Rußland geraten. Es ist sich der Situation offensichtlich auch schon bewußt geworden.
Das Hauptproblem scheinen mir indessen Israel und die jüdische Grundkonzeption zu sein. Die aktuelle jüdisch-israelische Politik gegen die arabisch-islamische Welt hindert Deutschland nämlich massiv an der Umsetzung einer historisch richtigen euro-islamischen Strategie. Die Streitereien in der FDP sind symptomatisch für diese Situation.
In Frage steht das israelische Bündnis z.B. mit dem polytheistischen Indien gegen die islamische Welt. Das ist im Sinne der Torah ein unverzeihlicher Fehler in der jungen Geschichte Israels. Die deutsch-jüdische Verflechtung müßte korrekterweise mittels einer deutschen Initiative sich und damit die jüdisch-israelische Politik um 180 Grad drehen.
Wie sich die Deutschen zur Zeit gerieren, ist damit vorerst nicht zu rechnen, und auf jüdischer Seite kann man einen solchen Schwenk nicht erwarten. Israel steht in einem Existenzkampf, bei dem ihm aber Deutschland durch eine entschiedene Initiative helfen könnte und müßte.
Siehe auch:
Horst Lummert: Die Transzendentalen Vorfelder einer euro-islamischen Strategie. Deutschland und der Antijudaismus der Deutschen. Der Name "Deutsch" und seine Bedeutung
kokhaviv press: Was ist neu, was ist anders?
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