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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2002-05-06

Avram Kokhaviv

Die entmündigten Eltern

Richtig machen geht nicht mehr

Frank Furedi, Die Elternparanoia. Warum Kinder mutige Eltern brauchen. Aus dem Englischen übersetzt von Stefanie Schäfer. Die britische Originalausgabe erschien 2001 unter dem Titel Paranoid Parenting. Abandon Yow Anxieties and be a Good Parent bei Allen Cane. The Penguin Press, London. Copyright © Frank Furedi 2001. All rights reserved.
© Eichborn AG, Frankfurt am Main, März 2002

Man nehme den Eltern das Erziehungsrecht, schaffe die Ehen, die Familie, die Kinder ab, predige das Ende aller Geschichte, den Tod Gottes und also des menschlichen Selbstvertrauens - und du erhältst, was Furedi und andere jetzt zu beklagen haben.

Die Abschaffung der Familie ist kein durchgehendes Factum, aber im System tendenziell verankert. Der Erfolg dieser Bestrebungen beruht auf lancierten Basisbedingungen, einer psychologisch-propagandistisch, juristisch und administrativ gründlichen Vorarbeit.

Nehmen wir uns in Ruhe das feministische Schema vor. Die Frauen befreien sich von ihren Männern, um fortan nur noch für die Industrie bzw. deren Werbewirtschaft da zu sein. Ein Großteil der Arbeitslosigkeit ist darauf zurückzuführen. Zurückdrehen läßt es sich allerdings nicht mehr.

Eine schöne attraktive Frau signalisiert nicht dem nächsten Manne, sieh her, vielleicht bin ich was für dich, sondern dem potentiellen Käufer eines Autos, einer Waschmaschine und des jüngsten Medikaments oder Suppeneinmaleins' aus der Tüte: sieh mich an und kauf den Quatsch, diesen ganzen, meist unnötigen Kram!

Damit die Befreiung der Frau für die Wirtschaft auch wirklich klappt und sie nicht in die Zeit der lieben Männlichkeiten zurückfällt, wird der Mann ein für allemal ruiniert, zum Schlaffi gemacht, zum Softi, der die Frauen fürchten muß, weil die ihm offensichtlich die Zähne zeigen, nicht, um ihn zu fressen, sondern ihn in die Mülltonne zu beißen zu den zerstückelten Kindern - und der dann lieber zu seinem gleichbeschicksalten Freund in die Kuscheln flieht.

Die homosexuellen Abhängigkeiten sind nicht immer die feinsten, also wendet sich der verkorkste Pseudo bald dorthin, wo die Aggressionen noch nicht so ausgebildet sind, um zuletzt beim Babyporno zu landen.

In diesem Zerrüttungs- und Auflösungsprozeß lauern selbstverständlich ernste, tatsächliche und nicht nur paranoid eingebildete Gefahren.

Aus den Gefahren hinwiederum wächst allmählich ein allgemeines Mißtrauen gegen jedermann und alles, und in einem Irrenhaus ist niemand vor dem Wahnsinn mehr sicher. So will es nun mal die Natur einer solchen Einrichtung.

Und es liegt in der Natur dieser ganzen fürchterlichen Misere, daß man sie schon begreifen kann, noch ehe einem einer endlich so ein Buch vorlegt, in dem sorgfältig aufgelistet ist, was die herrliche Sonne am Himmel verfinstert, woran man am liebsten nicht mehr denken möchte, vor dem man sich ängstigen oder eben nicht mehr ängstigen soll.

Bedeutsam ist die geringe Zahl der Kinder, die heute in der westlichen Welt geboren werden und also auch nur in dieser Zahl die Straßen, Kindergärten, Privatwohnungen bevölkern können.

Das Kind ist in dieser Welt als eine Art hoffentlich minoritäres, besser singuläres Schreckgespenst, eine enorme Last, als etwas durch und durch Negatives an die Wand gemalt worden.

Regierungen, Nicht-Regierungen, Medien und andere Ideologienküchen haben den Menschen das Leben und die Freude am Leben ganz und gar vergällt, ihnen die Hölle auf Erden vorgemacht, und nun wundern sie sich, daß die Leute aus dem Häuschen sind und völlig desorientiert durch die Straßen des Lebens trotteln.

Wer Kinder abtreibt oder gleich kategorisch verhütet, der muß ein schlechtes Gewissen haben und alles falsch machen, auch wenn er glaubt, damit so hastenich kannstenich mußtenich fertig zu werden.

Eine Zivilisation, die den praenatalen Megamord für eine Hygienemaßnahme an der Zukunft hält, hat diese Zukunft ein für allemal verspielt, da mag sie jetzt noch so viel zetern über die Probleme, die sie sich bereitet hat.

Was Furedi heute beklagt, war seit den sechziger Jahren vorauszusehen. Die Kapitulation vor dem Flitter der ökonomischen Notwendigkeiten hat nun mal ihren Preis.

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