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Die Freiheit ist unsere Sicherheit

2002-05-04

Avram Kokhaviv

Die Gleichung geht nicht auf

Ein Sadist macht eine Sache nur noch schlimmer

Uri Adelman, Gleichung mit einem Unbekannten. Roman. Aus dem Hebräischen von Marcus Lemke. Originaltitel: Mischwa'a Im Ne'elam.
Original © : 1998 by Uri Adelman. © der deutschen Ausgabe: Eichborn AG, Frankfurt am Main, März 2002

Eine abstruse Mossad-Geschichte um einen Verrat, der keiner war und dann doch einer wurde. Ein modernes Schickeria-Israel-Produkt, das hinten und vorn nicht stimmt, bei dem ein defekter Sex mit perversen Sadismen Mossad gegen Mossad sich paart. Sehen so Fraktionskriege aus?

Für einen israelischen Autor ist vieles peinlich, herabsetzende Personenbeschreibungen der Adelmanschen Art sind nicht edel und gefallen mir gar nicht; aber das mag jeder Leser selbst erkunden und erfahren.

Es macht die innere Psychologie des Romans nicht überzeugender, daß man ständig den Autor zu hören und ersatzhandeln zu sehen meint, wenn er in erster Person als der amerikanische Rechtsanwalt Gil Sadeh berichtet und von seinem Bruder telefonisch nach Israel gerufen wird.

Es geht um ihren Vater, der bei einem Unfall umkam, der natürlich gar keiner war, sondern ein Verbrechen, um einen intrigant falsch Beschuldigten aus dem Weg zu räumen, damit diese böse Geschichte nicht ans Licht kommt.

Es langweilt sich irgendwie unglaubwürdig dahin, bis es gegens letzte Drittel auf einmal sehr rasant zugeht, sich vieles überstürzt und hanebüchene Zwischenfälle ereignen. Ein Stück aus dem Dollhaus oder pseudopolitischer Kram aus der Trollkiste.

Der Autor bastelt sich seine Story so lange zusammen, bis sie stimmt oder auch nicht stimmt, jedenfalls legt er uns eine Lösung vor, und die Sache hat sich dann.

Die Geschichte Israels ist so reich an Fakten, daß sich niemand solche Geschichten erfinden muß. Einen langweiligen Mossad-Roman zu schreiben, ist eine eigene Kunst.

Die Sach- und Situationsschilderungen, Dialogwiedergaben sind umständlich und zuviel des Schlechten. Wobei ich für den Autor immer noch hoffe, daß die sprachlichen Stümpereien aufs Konto der Übersetzung gehen.

Ich verstehe, daß nicht an Literatur, sondern an einen Thriller für die Leinwand und fürs Fernsehen gedacht wurde, und da ließe von Könnern sich die Geschichte wahrscheinlich auch ganz gut vermarkten.

Was im Buch überflüssig, dient im Film der Unterhaltung, es müssen nur die Darsteller gut sein, und da bleibt uns ein ganzes Stück Zuversicht, daß aus der C-Story ein B-Film wird. Ein guter Regisseur mit sehr guten Spielern könnte auch sein Bestes daraus machen. Aus dem bei weitem Schlechtesten bei Eichborn.

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