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Die Freiheit ist unsere Sicherheit
2002-04-07
Ich weiß nicht, ob das, was Ihr jetzt tut, moralisch ist, ob über jeden Zweifel erhaben.
Ich weiß, daß Ihr jetzt stark sein müßt, daß Ihr durchhalten müßt, auch wenn Ihr hernach zu bereuen habt.
Ihr kranktet daran, daß nichts geschah und geschehen konnte.
Der Anschub ist nicht für Israel allein. Israel, das sind auch wir.
Ein schönes Gefühl zu sagen: Ja, wir sind es.
Sie haben's uns leicht gemacht: die Welt ist gegen Israel, das ist nicht das einzig Wahre, aber die ultima ratio.
So sind auch wir uns einig.
Ich meine, daß israelische Tote in den Straßen Jerusalems, Haifas oder Tel Avivs, daß die niemanden in der empörten Welt kratzen, das kratzt mich schon lange nicht mehr.
Israel ist immer allein, schön zu wissen, daß Israel, daß die Israelis, daß die Juden der Welt es nun täglich erfahren. Sie sind nämlich ein bißchen vergeßlich.
In solchen geschichtlichen Momenten wird klar, daß Israel sich nicht messen läßt.
Eigentlich macht Israel, was andere Länder und Staaten auch tun, es geht seiner Arbeit nach, will seine Ruhe haben, wehrt sich, wenn es in seiner Ruhe gestört wird, mehr ist das ja nicht.
Aber da ist diese Geschichte mit dem Buch. Daran beißen sich so viele Menschen die Zähne stumpf. Eigenartig ist, daß das Volk Israel nicht direkt damit zu tun hat.
Mit diesem Buch stiften sie Unruhe, ohne etwas zu tun. Es genügt, daß es da und jedem zugänglich ist.
Quell der Unruhe ist das Buch. Die meisten Juden kennen es nicht. Sie sind wie das Zentrum eines Orkans, wissen es aber nicht. Sie sehen es anders.
Nicht die Juden sind das Ereignis, sondern die Reaktion auf sie. Die Juden sind die Situationisten par excellence, wenn ich das so sagen darf.
Natürlich weiß ich, daß ich mich mit diesen Bemerkungen in letzter Zeit wiederhole. Das liegt wohl daran, daß sich wirklich manches wiederholt oder parallel in Erscheinung tritt.
Ich kann nicht zugeben, die Ursache der Wiederholungen zu sein, wenn alle Indizien und Erfahrungen dagegen sprechen.
Israel nach der kleinen Vernunft muß vorsichtig sein. Israel nach der großen Vernunft muß die Gelegenheit wahrnehmen und den historischen Schleier zerreißen.
Die Welt geht nach dem Willen Gottes, wenn ein Blatt vom Strauch den Funken anfacht. Israel sind Büsche gewachsen.
Es muß sein und geschehen.
Siehe auch:
Rheinbund und politisches Denken
Dringende Überlegungen zur demokratischen Legitimation
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