|
Die Freiheit ist unsere Sicherheit
2002-03-16
Der Anti-Terror-Terrorismus zeigt Wirkung. In den islamischen Ländern verkraucht und verbündet sich der Mut mit dem Kleinmut. Das gespreizte Getue der Amtsinhaber ist indessen ewig und darum ein Indiz für die Berechtigung des Pessimismus in der orientalischen Welt.
Es hilft überhaupt nichts, den Teufel an die Wand zu malen oder hinter jeder Mauer zu entdecken. Wer die Welt nicht versteht, wird sie der Einfachheit halber zu teilen bestrebt sein, um wenigstens Teile davon kapieren zu können.
Javed Zaheer hat bei Kavkaz seine Attacken gegen den Teufel geritten, etliche Richtigkeiten über den Zustand der Welt zu Wort gebracht, aber letztlich zu verstehen gegeben, daß - verglichen mit dem Westen - der islamische Osten, was die innere Lebensqualität betrifft, nicht konkurrieren kann.
Er spielt mit einem Sprichwort, das bzw. dessen Veranlassung in islamischen Ländern offenbar grassiert: Es ist nett, bedeutend, aber bedeutender, nett zu sein. Daran scheint es allenthalben zu hapern.
Und er schreibt, wie dann die Leute, denen die Unfreundlichkeit ihrer islamischen Übergrößen und Beamten und Vorgeordneten langsam zuviel wird, ihre Sachen packen und nach dem Westen abhauen, wo sie als Flüchtlinge aufgenommen werden und sogleich die westlichen Freiheiten und Rechte genießen können. Das eben ist die Stärke des Westens.
Für diese wirklich attraktive Stärke kann der Westen sich auch das leisten, was seine besten Freunde als böse an ihm befunden und kritisiert haben. Die Idee der Freiheit gilt nun mal absolut. Auch für das Böse, Kriminelle, Absonderliche.
Der Westen wird voraussichtlich auch aus dieser Krise herauskommen, weil er sich seine Kultur der Kritik, die in sich eine Selbstkritik ist, bewahrt und - mittlerweile auch elektronisch - hochgezüchtet hat.
Das reinigende Element der kritischen Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern, Mißgriffen und Versäumnissen gibt dem Westen immer wieder die Möglichkeit, seine Miseren zu überwinden, aus seinen Dilemmata herauszukommen, sich zu berichtigen.
Gerade weil es hier Majestätsbeleidigungen, Sakrilege, Todsünden und dergleichen nicht gibt, können wir auch den ärgsten Situationen entrinnen.
Die Verwischung oder Mißachtung der Grenzen zwischen Legalität und Illegalität, Gesundheit und Krankheit, Gut und Böse, Rechts und Links, Mann und Weib, eröffnet die Möglichkeit zum Extrem - damit zur Katharsis. Die Frage ist nur noch eine der Zeit.
Wir gehen im Westen wirklich durch alle Höllen bereits auf Erden. Gipfel und Schluchten sind hier - am Abgrund - so nahe beieinander, daß man verdammt aufpassen muß, um nicht ins Schlenkern zu geraten.
Die westliche Welt ist so etwas wie eine Prüfung für die Menschheit. Ob wir sie bestehen, wissen wir nicht, weil wir noch nicht genau wissen, was nun eigentlich richtig und was falsch ist. Wir wissen noch nicht, wie wir uns entscheiden müssen, obwohl wir es durchaus zu wissen glauben.
kokhaviv publications > NewCatch > online exclusive
kokhaviv publications > NewCatch > security > What happened on Sept. 11
© Copyright 1999 - 2002 kokhaviv publications