2002-02-22

Avram Kokhaviv

Theater zur Wahl

In dem Moment wäge ich ab. Das Theater wird zum Theater um des Theaters willen.

Und alle haben recht. Die Verhältnisse sind nicht so, daß wir da leichterdings wieder herausfänden.

Wer gewählt wird, macht Fehler. Es steht nicht Theater zur Wahl, es sieht nur so aus. Zur Wahl machen wir auch kein Theater, es macht sich von selbst.

Jede Politik ist die gerade mögliche und wirklich wahre. Zu keiner Politik gibt es eine Alternative. Das ist nicht politisch, aber philosophisch und ontologisch korrekt.

Das Theater zur Wahl entspricht einer königlichen Hochzeit oder den Krönungsfeierlichkeiten.

Wenn Herrschaft nicht teilbar ist, läßt sie sich nur delegieren, in Auftrag geben, auch systematisch nicht teilen.

Die staatliche Gewalt sei ihrem Wesen nach unteilbar, lehrten die Lehrer. Ich glaube an die Gewaltenteilung. Anders und besser geht es nicht in der Demokratie. Gut genug ist es nicht.

Ein weiser König, dessen Autorität niemand anficht, wahrt ein Kontinuum.

Zeit macht weise oder böse. Ob Gott oder der Teufel die Herrschaft bestimmt, bleibt dem Himmel überlassen.

Zeit ist die Voraussetzung für lang angelegtes Herrschen.

Das Theater der Demokratie gibt der Politik eine gewisse Leichtigkeit, als ob alles nicht mehr so ernstgenommen werden müsse.

Die Verführung zum Unernst kommt einer Entheiligung der menschlichen Angelegenheiten gleich.

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