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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...

2002-01-01

Avram Kokhaviv

Die Feinde meiner Feinde sind die Feinde meiner Brüder

Die qualifizierte militärische Unterstützung Indiens durch Israel ist ein Hammer

Oder ich habe alles falsch verstanden

Israel rühmt sich, die Atommacht Indien mit hochentwickelten Waffensystemen ausgerüstet zu haben.

Israelische Spezialisten installieren, warten und bedienen die Waffen, mit denen Pakistan an einem Präventivschlag gegen Indien gehindert werden soll.

Indien freilich ist wie das alte Babylon ein Greuel dem Gott vom Sinai, der der Gott Israels ist.

Die Juden wurden in die babylonische Gefangenschaft geführt, wo sie sich eine Zeitlang wohlzufühlen schienen.

Die hebräischen Sympathien fürs Zweistromland gehen zurück auf Abhraham und seine Sippe. Es war der Urväter Brauch, sich von dort ihre Frauen zu holen.

Der babylonische Götter- und Religionspluralismus war offenbar kein Hindernis: Labhan - Vater der Stammütter Lea und Rachel - blieb seinem Götzenschrein bis zuletzt treu.

Die Frauen der Hebräer stammten aus einer Familie, die nicht dem späteren Gotte Abhrahams folgte, sondern noch den vielen Göttern Babylons vertraute. Es war die Herkunftsfamilie Abhrahams.

Im heutigen Israel besteht bei jungen Menschen eine merkwürdige Hinneigung zu Indien. Sie reisen in eine gefährliche Welt faszinierender Urgewalten und verweilen dort gern.

Das Indien der Gegenwart ist dem biblischen Babylon ähnlich. Ein religiöser Pluralismus zeichnet es aus.

Mit geistigem Pluralismus verbindet sich eine Relativität in Fragen der Wahrheit und der Gerechtigkeit.

Die gesellschaftliche Pluralität läßt sich nur halten, solange die geistige Pluralität sich nicht zur Diskussion stellt.

Sobald dies aber geschieht, wird aus dem friedlichen Nebeneinander ein feindseliges Gegeneinander.

Der islamische Fundamentalismus hat den ideellen Antagonismus erkannt und der pluralistischen, sprich: polytheistischen Gesellschaft den Krieg erklärt.

Der Islam befindet sich - genau besehen - in der Defensive. Er setzt sich gegen gröbere und kompliziertere Aggressionen der polytheistischen Feinde zur Wehr.

Die Auseinandersetzungen offenbaren einen seltsamen Widerspruch: Israel - Überbringer der Idee des Einen Gottes - steht in der Weltkoalition gegen diesen Einen Gott.

Israel versteht die Torah nicht als Lehre für die Welt und die gesamte Menschheit.

Die Verheißung ging an Abhraham und galt für seine Söhne.

Das Gesetz vom Sinai wurde den aus Ägypten geretteten Hebräern zuteil und niemandem sonst.

Die Verheißung für die Zukunft lautet nicht, der Gott Israels werde der Gott aller Menschen sein, und sie werden ihn erkennen, sondern daß die Menschheit Israel huldigen werde um dieses Gottes willen.

Der Weg zu Gott und seiner Wahrheit führt über Israel, über Jerualem als seine Heilige Haupt-Stadt.

Die Bewahrung und Pflege des geistigen Pluralismus impliziert ein - vorübergehendes - jüdisches Interesse.

Als Teil der pluralistischen Gesellschaft hat das Judentum einen, von der Lehre gewiß relativierten, halbwegs sicheren Platz als Gleiches unter Gleichen.

Die jüdische Selbstrelativierung ist gleichsam taktischer Natur bis zur Ankunft des Messias, der den geistigen Relativismus aufheben und den Absolutheitsanspruch des toranischen Versprechens einlösen wird.

Die nachjüdischen Religionen haben die Lehre uminterpretiert.

Das Christentum ließ den Messias bereits erscheinen und damit die Verheißung erfüllen.

Der Islam knüpft an die tribalen Herkünfte an, reduziert den Christus Jesus von Nazareth auf sein Prophetentum und schließt mit dem Siegel der Propheten die Verheißungsgeschichte ab.

Mohammed verkündet nicht nur, er handelt politisch und militärisch, macht als Feldherr und Staatsgründer Reichs- und Weltgeschichte.

Judentum und Christentum sind im Islam aufgehoben, ohne ihre Identitäten zu verlieren.

Ein Vergleich mit den Vorläufer-Religionen: Der christliche Sohn Gottes und das jüdische Volk Gottes haben als Mittler ihre Aufgaben erfüllt.

An ihre Stelle tritt die ursprüngliche Lehre vom Einen und Alleinigen Gott.

Allah duldet keine anderen Götter und bedarf der institutionellen Vertreter nicht. Im Islam hat - ohne Unterschied - jeder Mensch den unmittelbaren Zugang zu Gott.

Jeder hat seine Neigungen. Ich neige der Auffassung zu, daß der Islam - selbst auf Kosten der von mir favorisierten Torah - als die verheißene, bestmögliche Lösung und Erlösung zu verstehen und anzunehmen sei.

In Kriegszeiten muß man wissen, wohin man gehört. Ich kann nicht wider bessere Einsicht aufrechterhalten, was nur meine Eitelkeit nährt. Das gilt auch für Israel.

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