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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...

2002-07-02

Felix Pech

Es ist wahr

Die Sache mit dem fahrenden Zug

Die Relativitätstheorie eines Untergangs

Nicht Einsteins Relation von Zug zu Zug, Gleis zu Nebengleis. Sondern: das Verhältnis der Fahrgäste zu dem Zug, in dem sie sitzen. Vielleicht stehen oder laufen sie. Da kommt es dann auf die Richtung an. Laufen sie in Fahrtrichtung oder zurück. Letztendlich bewegen sich alle doch in eine Richtung.

Vielleicht ist es auch banal, solche Vergleiche zu ziehen. Jeder stellt heute so was an. Man muß also schon noch was hinzufügen, um vor sich bestehen zu können.

Was ist nun der Zug? Ist es die Zivilisation, der Kapitalismus, die ganze Welt, die westliche Werte- oder Unwertewelt? Dann wäre alles äußerst fragwürdig. Was immer wir tun, es ist völlig sinnlos. Nichts zu tun, wäre das einzig Wahre und Richtige. Und das soll es sein?

Auch Nichtstun würde den Zug nicht aufhalten. Da sitzen einige Leute in ihren Abteilen und verhalten sich ruhig. Der Zug aber jagt seinem Ziel entgegen. Das Ziel ist der Endbahnhof oder der Rammbock. Und wenn der Zug bergab fährt, hat er irgendwann den Tiefstpunkt erreicht. Auf der anderen Seite geht es wieder bergauf.

Problematisch ist nur das Leben im Zug. Wie die Menschen sich da einrichten. Wenn der Zug eines Tages anhält, die Leute aussteigen und sich verteilen, die Fahrgemeinschaft sich auflöst und jeder seiner Wege geht, nimmt ein jeder auch seine besonderen Erlebnisse mit. Wenn das Leben nach der Fahrt durch den Abgrund weiter geht, hat alles eben doch einen Sinn gehabt.

Unterwegs abzuspringen, hatte niemand erwogen.

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