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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
2002-07-01
Es geschieht jeden Tag, jeden Abend, jede Nacht. Die Polizeiwagen flitzen durch die Stadt. Ihr Sirenengeheul schreckt die Kinder aus ihren Träumen. Der Insulaner verlor die Ruhe nicht, wann war das bloß?
Die Polizei, dein Freund und Helfer. Das muß in einem anderen Leben gewesen sein. Als die Stadt für ihre Menschen da war, als die Straßen den Bürgern gehörten, die Plätze und Parkanlagen. Der Tiergarten galt als die Lunge Berlins. Es war in einer anderen Welt.
Berlin ist eine Stadt des Verbrechens. Der Bürger hört nur noch die Sirenen, nicht die Nachricht. In der Lunge der Spreemetropole veranstaltet der Staat Haßparaden gegen das Volk.
Der Staat ist der Veranstalter, weil er es zuläßt, daß das Volk dieser Stadt, das Ernst Reuter einst in die Welt hinaus rühmte und rief, verhöhnt und in seiner Seele ruiniert wird.
Was an den Rand gehört, woher es gekommen ist, richtet sich im Zentrum des gesellschaftlichen Lebens ein. Organisierte Kriminalität und Halbwelt vermischen sich auffällig unauffällig mit der Politik einer Stadt und eines Landes, dessen Hauptstadt sie wieder geworden ist.
Berlin ist eine Stadt wider das Volk. Das Volk wird an den Rand der politischen Aufmerksamkeit gedrängt. An den Rändern der Stadt sammeln sich die polizeilich abgeschobenen Sozialfälle.
Die Polizeisirenen sind eine Warnung an die Normalbürger: Bleibt nachts lieber zuhause. Beobachtet uns nicht bei der Arbeit am Gemeinwohl. Wir sind unsere eigenen Zeugen.
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