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Der Krieg ist der Vater der Dinge. -HERAKLIT
1982-12-26
Ich hatte gedacht, bei Ihnen offene Türen einzurennen mit meiner Feminismus-Definition (= ein Antisemitismus), nun soll ich mich erst noch erklären - ich müßte also hier alles wiederholen, was ich in den vergangenen Jahren an Begründungen vorgelegt habe.
Auch Ihre These, die Israelis würden die Aggressionen auf sich ziehen, weil sie "die jüdische Opferrolle nicht fortsetzen wollen und auf die Täterseite gewechselt sind", beschäftigt mich schon seit einiger Zeit - seit ich mich nämlich der antijudaischen Denkansätze und Theorien Gunnar Heinsohns angenommen habe.
Ich frage mich, woher kamen die Aggressionen in den vergangenen Opfer-Jahrtausenden, wobei ich ausdrücklich feststellen möchte, daß ich das Wort "Opfer" nicht im Sinne Heinsohns verwende, in dessen neu-nordischer Mythologie der Massenmord in Auschwitz, Treblinka, Sobibór, Majdanek zu einer quasi-religiösen Handlung hochstilisiert wird, implizit.
Von Ihrer früheren Zeitung habe ich zwar den Namen vergessen (Bubu vielleicht o.ä.?), aber ich erinnere mich noch sehr gut an eine Zeichnung, in der so verschiedene Formen phimotischer Charaktere dargestellt waren.
Als ich das sah, dachte ich damals, da ist einer, dieser Broder, der hat das kapiert. Der Feminismus ist die weibliche Komponente dazu.
Aber selbstverständlich ist nicht jede Frau, die sich "Feministin" nennt bzw. sich als solche versteht, dies spezifisch ganz und gar.
Die objektive Wahrheit des Feminismus wird offenkundig erst in seiner exzessiven Gestalt.
Was der Feminismus am sogenannten Patriarchat bekämpft, ist mehr oder weniger identisch mit dem, was der Antisemit am Judentum bekämpft.
Und wenn man nicht begreift, daß der jahrtausendealte Mordhaß gegen die Väter, gegen die Religion der Väter, sich über so schier ewige Zeiten nur auf der jeweils individuell gesicherten Basis ödipal herangezüchteter Idiosynkrasien erhalten und mit jeder Generation von neuem entstehen konnte, dann begreift man m.E. gerade das Wesentliche nicht.
Gershom Sholem hat übrigens (Judaica I-III, 1963-1970) im Verlauf seiner extensiven und intensiven Erforschung jüdischer Geschichte etwas sehr Bemerkenswertes entdeckt: daß die Juden immer dann relativ beschützt und sicher waren, wenn sie sich, der Torah, ihrem Gotte treu blieben...
Solche Beobachtungen kann man sich mit heutigen Auffassungen und in heutiger Sprache durchaus klarmachen: Wem die Sensibilität für Gefahren abhanden kommt, der versteht auch nicht mehr, was einst mit dem ernsten Wort vom Todeskuß der Assimilation gesagt werden wollte.
Haben Sie kuckuck 37/38/39 inzwischen erhalten? In dem Briefwechsel mit Christoph Marx finden Sie ein paar Hinweise auf die ödipal strukturierte Beziehung zwischen Christentum und Judentum (u.a.).
Der zu beobachtende Antijudaismus in Israel mag auf die Zerstörung der Familie zurückzuführen sein. Ich glaube, wenn es nicht künstliche, ideologische Behinderungen gibt, ist die Tendenz (auch in den Kibbuzim, wie ich jedenfalls vor fünfzehn Jahren sehen konnte) zur Familie (wieder) hin ein Zeichen der Regeneration im guten Sinne.
Ich meine, die Väter sollten sich endlich zu ihrer Vaterschaft bekennen (weder "Opfer" noch "Täter" sollen sie sein).
PS: Das Wiener profil habe ich hier bisher nicht auftreiben können (Berlin ist nämlich eine Großstadt).
kkk NETWORK red
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