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Der Krieg ist der Vater der Dinge. -HERAKLIT

2002-04-14

Nicole Keppler

Ja, wer ist denn nun Jude?

Ich war bei der Polizei und habe

1) mein Austritt-Dokument,

2) Eintragungen von Asylanten samt Apostille vorgelegt.

3) Ich habe vorher darauf hingewiesen, daß diese Asylanten seit Jahren um ihre Anerkennung kämpfen.

Zu 1) sagten sie mir: Sie sind keine Jüdin.

Zu 2) sagten sie mir: Diese Personen sind für uns - Polizei oder Ausländer-Behörde - nun Juden, egal, was sie vorher waren.

Die Polizei war perplex und sagte mir, daß niemand, keine Behörde, etwas dagegen tun oder sagen könne; alles sei formaljuristisch unanfechtbar.

Nur eine Gesetzesänderung könnte dies stoppen.

Ich war auch in der jüdischen Gemeinde in Bad Nauheim, mit Seda - Ex-Christin und nun Apostille-Jüdin - und Ihrem Ehegatten.

Was ich dort erlebte, war ja eigentlich zu erwarten. Und dennoch, es beschäftigt mich.

Wäre ich in eine Kirche gegangen, hätte ich zumindest drinnen Christen erwarten dürfen.

Ist es zuviel verlangt, in einer jüdischen Gemeinde einfach Juden, eben "ordentliche Zustände", zu erwarten?

Ja, sorry, es ist zuviel verlangt.

Ich zeigte dem Vorsitzenden, Herrn Smialansky, mein Austrittsdokument und fragte ihn: "Bin ich Ihrer Ansicht nach damit noch Jüdin"?

Er: "Ist das wichtig? Meine Frau ist Christin..."

Nein, sicher, "wichtig" ist das kaum.

Ein Pastor jedoch, der eine Jüdin heiraten möchte, würde aus "ethischen" Gründen - seiner Gemeinde gegenüber, mit Respekt vor seiner Aufgabe, allem, was er nach außen repräsentieren soll, wofür er eigentlich auch bezahlt wird - seine Angebetete bitten, zum Christentum überzutreten.

Meine Feststellung, daß - nach staatlichem Gesetz - ein Austritt aus der Gemeinde ein Austritt aus dem Judentum sei, ließ er unbeantwortet.

Ich zeigte ihm Eintrittsdokumente zum Judentum von zwei moslemischen Asylanten, die in Bad-Nauheim wohnen.

Er sagte: "Ja, die Anmeldungen habe ich vom Rathaus erhalten."

Er holte den Vize, seinen Vertreter.

Dieser schaute die Apostille mit großem Interesse an und fragte mich: "Wie und wo kann ich so eine Apostille bekommen? Meine Tochter ist für Israels Gesetz nicht Jüdin, sie möchte gerne hin, darf aber nicht."

Ich war baff.

"Ja", fragte ich, "ist denn jemand hier Jude, die Sekretärin vielleicht?"

Dies wurde verneint...

Ich fragte Herrn Smialansky, ob es nicht besser wäre, er würde statt dieser Gemeinde ein Irrenhaus führen.

Ich hatte mich im Ton vergriffen. Sollte es mich stören? Keineswegs.

Ich sagte Herrn Smialansky: "Wissen Sie was, Seda ist die einzige wahre Jüdin hier im Raum, die mit Apostille auch sofort nach Israel auswandern könnte."

Er: "Eine Eintragung im Rathaus ist kein Eintritt zum Judentum."

"Da irren Sie sich", war meine Antwort. "Sie können doch nicht das Alte Testament an das Reichskonkordat verkaufen und dennoch in administrative, legislative Angelegenheiten Deutschlands sich einmischen; wir sind nicht in Israel, und im Bundestag regiert nicht die israelische Verfassung. Außerdem, was zerreißen Sie sich das Mundwerk, die Bundesregierung zahlt alles für die jüdischen Einrichtungen. Unglaublich also, daß kein einziger Jude etwas von seiner Kultur bewahren darf, denn die Christen belagern und bevormunden uns auch noch im eigenen Gotteshaus."

Oh, da wurde die Sekretärin sauer. Der Vize mußte weg, er hatte noch was zu erledigen.

"Wissen Sie was", sagte ich Herrn Smialansky, "ich werde Euch noch ein paar Asylanten für Ihr Irrenhaus besorgen, damit diejenigen, die es nötiger haben als Ihr, wenigstens etwas von der Zahlung der Bundesregierung profitieren."

Oh, da gab es Ärger.

Herr Smialansky sagte mir, daß kein einziges Dokument des deutschen Staates legitim wäre.

Unfaßbar.

"Was denn", fragte ich, "die Bundesregierung hat auf eigenem Land und Boden keine Rechtsmäßigkeit? Sie sind ja nicht ganz dicht. Das muß ich dem Bundestag melden."

"Melden Sie", sagt er. "In meiner Gemeinde entscheide ich."

"Sicher", sagte ich, "intern, ja. Juristisch jedoch eindeutig NEIN."

Daher ging ich zur Polizei und erzählte dort auch alles. Die Polizei wird mit dem Oberst, einem hohen Vorgesetzten, sprechen. Er fand das alles ziemlich abwegig.

Ja, ehrlich gesagt, ich ja auch.

Aber sollte dies unsere Asylanten-Schützlinge beunruhigen?

Keineswegs. Sie sind die einzigen Apostille-Juden in dieser Gemeinde. Und Apostille ist eine staatlich-notarielle Beglaubigung. Demnach sind sie die einzigen wahren Juden in der Gemeinde Bad Nauheim.

Bin ich aber froh, daß ich zum Judentum Deutschlands einiges beitragen kann, und dies im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Ja, wenn das keine guten Aussichten sind...

Im Moment ist ganz Deutschland in Rage. Es entdeckt die mentale Befreiung von der Holocaust-"Schuld" damit, daß jetzt Israel - wie einst die "Waffen-SS" - "Völkermord" und "Vernichtung" betreibt.

Wenn Deutschland schweigt, dann schweigt es, wenn aber der Haß ausbricht, dann richtig.

Wer am lautesten mault, dem rennen sie nach. Der marsch-marsch Stiefel-Fritz hat nichts verlernt.

Einmal Fritz, immer Fritz?

Es könnte sein; woran der Zentralrat und die ganze Presse Deutschlands eine gewaltige Schuld mittragen.

Die Zeigefinger-Taktik im Nacken ist eine mörderische psychische Last, die kein Mensch, kein Volk, das letztlich pseudodemokratisch ist, 57 Jahre lang ertragen kann.

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