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Der Krieg ist der Vater der Dinge. -HERAKLIT

2002-01-07

Ridwan Panke

Ein Stern leuchtet ihnen heim

"Die Deutschen sind ein Täusche-Volk!" (Friedr. Nietzsche)

Richtiger wäre gewesen, sie ein Täuscher- und Selbsttäuschervolk zu nennen. Unser noch anhaltendes XX. Jahrhundert hat das bewiesen. Gewohnheitstäuscher und Gewohnheitsgetäuschte sind sie. Freiwillig imgrunde immer.

Ein Hamburger Nachrichtenmagazin mit langer, streckenweise bis in braune Tage zurückreichender Vergangenheit und mit nicht geringer Auflage bezichtigte jetzt, im Stil einer "Enthüllung" einer NS-Propagandakompanie, jetzt, da der Stoiber dem Schröder die Kanzlerschaft streitig machen könnte, die CSU der illegalen Spendenbeschaffung. Ein angeblicher Skandal wurde damit in die politische Landschaft infiltriert. Die CSU bestreitet den Vorwurf, und für den unbeteiligten Zuschauer mit einer Erinnerung, die älter als der Tag der Journaille ist, hat es den Anschein, daß die CSU recht hat. Man muß nur seine Erinnerungen bereit haben, um diesem Hamburger Magazin von vornherein zu mißtrauen. Wovon ist die Rede?

Im Jahre 1975 gelangten an die 20 amtliche, geheime Schriftstücke auf abenteuerliche Weise an die Öffentlichkeit, die illegale Dollartransferierungen in mehrfacher Millionenhöhe an die SP Portugals bloßstellten. Die Transferierenden saßen in der SPD und handelten mit Bestimmtheit im Auftrag der CIA, die alle Karten in Portugal ausgespielt hatte, und vielleicht auch des KGB, dem Portugal weniger wert war als der Abschluß des KSZE-Prozesses. Die damalige Bonner SPD-FDP-Regierung dementierte kaltschnäuzig, da liege nur eine "landesverräterische Fälschung" vor. Seit ein paar Jahren wissen wir, daß dem keineswegs so gewesen ist, daß damals vielmehr die Wahrheit ans Licht gebracht worden war. Heute brüsten sich die Schmidts und Genschers und Wischnewskis sogar ihrer früheren Taten.

Damals aber trieben sie über ihre Funktionäre den naiven Nachrichtenübermittler in den Tod und erklärten ihn zum Kurier eines Dritten, der sowieso den Bonzen in SPD und FDP seit langem unbequem war. Er hatte zu offen auf die Begünstigung alter Naziverbrecher durch den Bundeskanzler B. hingewiesen.

Die Verleumdung erwies sich als unbeweisbare Fama, und nur der nervliche Druck und die finanzielle Ausblutung des Beschuldigten sowie die Tatsache, daß damals der Wahrheitsbeweis noch nicht erbringbar war, zeitigte Erfolg: Eine Existenz war durch nazihafte Methodik vernichtet worden. Daß 20 Jahre später die staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen Verjährung im Sand verliefen, war den Justizbehörden so gleichgültig wie beispielsweise dem famosen Hamburger Magazin. Was ist Information, wenn die Behauptung der wahren Tatsachen unterdrückt wird? Eben Desinformation!

Der Redakteur Mario Dederichs, damals noch in Bonn tätig, hatte einen mannhaften Artikel über die Affäre verfaßt, in dem die Wahrheit, soweit sie damals erkennbar gewesen, zur Sprache kam, aber seine Chefredaktion stoppte den Andruck. Warum?

Wie war damals die politische Lage? Damals mußte die Ostpolitik endlich unter Dach und Fach gebracht werden; der Gründungsauftrag der Bonner Republik - die Herbeiführung der deutschen Wiedervereinigung "in den Grenzen von 1937" - mußte unter dem OSZE-System begraben werden. Da wurden Mord und Existenzvernichtung und Verleumdung und Lug und Trug zur Notwendigkeit, sozusagen zur amtlichen Überlebenslüge.

Heute soll Rußland Mitglied der NATO werden. Dafür stehen nicht nur die alte SPD des Otto Grotewohl, sondern auch Die Grünen, die PDS und wohl auch die FDP, vielleicht sogar zuletzt auch die CDU.

Alles mit dem Segen der USA. Nur die CSU könnte Widerstand leisten. Da muß man doch schnellstens einen "Spendenskandal" anrühren. Der sibirische Kälteeinbruch bis ins südlichste Westeuropa ist ein böses Vorzeichen. Das feige Täuschevolk und Selbsttäuschervolk treibt seine Art von Politik ungerührt und kaltschnäuzig weiter. Die Wahrheit wird es erst erkennen, wenn es im Bauche des moskowitischen (KGB-) Imperiums steckt. Dann wird es zu spät sein.

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