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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
2001-12-12
Die Ohnmacht des reinen Gedankens korrespondiert mit der Idee, daß der Gedanke sich mit Macht durchsetzen werde. Eigentlich korrespondieren zwei Ideen miteinander.
Macht ist aber an materielle Gewalt gebunden. Die Dialektik Materie&Geist ist die von Macht und Ohnmacht.
Der Islam ist eine Ideenwelt, die sich historisch manifestiert hat, also mit konkreten, unablösbaren Machtfaktoren verbunden bleibt.
Die aktuelle "Ohnmacht" des Islam ist eine eingeschränkte Macht.
Vier Weltmächte - Amerika, China, Indien und Rußland - haben dem Islam den Krieg erklärt.
Das "Bündnis gegen den internationalen Terrorismus" ist ein schwarzes Theaterstück. Die Flugzeugattentate auf Amerika waren ein bestellter, jedenfalls willkommener Anlaß. Die Absicht ist älter.
Mit modernem Atheismus und überkommenem Heidentum hat die reformatorische Christenheit ein antimonotheistisches Komplott geschmiedet.
Israel und das islamische Establishment sind mit von der Partie; sie begehen einen schändlichen Verrat am heiligen Geist der Torah und des Quran!
Die etablierte "islamische Welt" schaut ungerührt zu, wie Afghanistan von der modernen Supermacht USA in die Steinzeit gebombt wird, und verschließt die Augen vor den russischen Verbrechen am tschetschenischen Volk.
Man hat sich "islamischerseits" darauf geeinigt, die Tschetschenen wie die Taliban zu opfern, und sie zu "Terroristen" erklärt.
Der "antiterroristische" Krieg gegen Afghanistan ist kriegskrimineller Staatsterror. Den Journalisten des Kreuzzugs scheinen nur die richtigen Worte nicht einzufallen.
Der russische Raubfraß an Tschetschenien empfing den Segen der antiterroristischen Koalition.
Die Verbrechen heißen jetzt Verbrechensbekämpfung, werden gerühmt und geraten in Vergessenheit.
Was die Inder in Kaschmir anrichten, wird allenfalls faktisch zur Kenntnis genommen, doch kaum im politischen Zusammenhang verständlich gemacht.
Während die Tibeter wenigstens in den Medien erwähnt werden, legt die Welt über Chinas Verbrechen am Islam den Mantel des Schweigens.
Die Weltmächte, Amerika nun voran, stehen mit Milosevic auf einer Stufe und wagen es zugleich, diesen nach eigenem Verständnis antiterroristischen Serben einem UN-Kriegsverbrecher-Tribunal zuzuführen.
Wer denkt dabei nicht an ein künftiges Tribunal für UN-Kriegsverbrecher?
Die islamische Welt ist nicht machtlos. Ihre Ohnmacht ist ein Kind der Treulosigkeit und der Feigheit.
Das islamische Establishment läßt die Treuesten der Treuen im Stich und kollaboriert mit den Feinden Allahs.
Die revolutionäre Idee des Islam überspringt die Stufen der Macht. Der von Gott gesandte revolutionäre Geist klopft an die Pforten der Herrschaft.
Über die Einsichtigen und die Ungläubigen, die den Islam "respektieren" oder fürchten, gelangt die Idee auch in die anti-islamischen Entscheidungszentren.
Ein Amerikaner, der die islamische Geschichte und die Lehre des Quran - so oder so - ernst nimmt, ist bereits darein verwickelt und kein absoluter Feind mehr.
Man vertraue darauf, daß die islamische Revolution aus eigener Kraft vor Gott Erfolg haben wird, und die (scheinbar?) kopflose Reaktion des (scheinbar?) waidwund geschossenen Amerika wäre ein Ausdruck dieser historischen und metaphysischen Gewißheit?
Der Gedanke, daß ohne - weltliche - Macht keine Wahrheit sei, ist unzutreffend.
Realpolitisch ist immer in Betracht zu ziehen, daß die eine oder andere Großmacht sich anlehnt bzw. eine Anlehnung an sie nahelegt.
Für die islamische Revolution kommt dies nur zeitweilig und taktisch in Betracht.
Eine prinzipielle und substantielle Interessen-Konvergenz ist undenkbar.
Das russische und das amerikanische Christentum sind historisch und grundsätzlich anti-jüdisch und anti-islamisch. Das Christentum ist per se anti-semitisch.
Die unter islamischen Ideologen verbreitete Theorie, daß sich Judentum und Christentum zu einem judeo-christlichen Neuen Amerika zusammengefunden hätten, ist ein Fehlgedanke. Die innerislamische Diskussion sollte sich darüber endlich klar werden.
Desgleichen das Judentum: Die Juden unterlagen den schlimmsten Verfolgungen und Drangsalierungen in christlichen Ländern. Das christliche Europa erwies sich als der geschichtliche Erzfeind des Judentums.
Amerika wäre ohne die europäischen Judenvertreibungen nicht so "jüdisch", wie es heute ist oder manchem erscheint.
Die massive europäische Judenverfolgung - als historische Institution - ist entgegen allgemeiner Annahme nicht mittelalterlichen, sondern neuzeitlichen Ursprungs.
Nicht im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation waren die Juden ihres Lebens nicht sicher.
Erst gegen Ende des Reiches wurde es für sie gefährlich.
Mit den "deutschen" Kreuzzügen und den lateineuropäischen Welteroberungen wird es im geistigen Europa merkwürdig eng.
Die spanische Reconquista vertrieb Juden und Moslems.
Das gemeinsame Schicksal Spanien müßte jedem Juden und jedem Moslem in der Seele brennen und sie aneinander schweißen.
Man sollte die künftigen israelisch-islamischen Auseinandersetzungen als einen Brennpunkt der Hoffnung jener Art begreifen.
Die um 1300 n.Chr. entstehenden Reformbewegungen sind ein Reflex auf die christlichen Erfahrungen mit dem Islam.
Der Kulturschock suchte und fand ein Ventil in der Verfolgung der Juden. In ihnen erkannten die europäischen Christen die verhaßten Muslime wieder.
Zahlreiche Sekten hatten sich von Rom abgewandt und ritualisierten einen verdeckten bis offenen Antisemitismus.
Protestantische Regionalkirchen wanderten gemeindlich nach Amerika aus. Der amerikanische Antisemitismus hat hier seine, wenn auch lange Zeit verborgen gebliebenen Wurzeln.
Aus der Historie versteht sich kein Bündnispartner so von selbst wie der islamische für den Juden und der jüdische für den Moslem.
Das monotheistische oder abrahamitische Bündnis ist das Vernünftigste, das man sich denken kann; um so tragischer und seltsamer, daß es nicht zustande kommt, ja daß es nicht einmal in Erwägung gezogen wird.
Das gegenwärtige Christentum lebt von dem Konflikt zwischen Juden und Moslems.
Feinde der Juden und Feinde der Moslems sind daran interessiert, die absurde Wunde offen zu halten.
Nazistische Antisemiten "sympathisieren" mit dem ihnen verhaßten, weil semitischen Islam allein aus diesem Grund.
Die offizielle amerikanische Christenheit bindet das Judentum politisch an sich, um es gegen den Islam zu instrumentalisieren, während die inoffizielle antisemitisch-christliche Propaganda gegen die "Zionistische Okkupationsregierung" in Washington, gegen "Nigger und Juden" mobil macht.
Der tägliche Faschismus in Amerika hat diesen rassistischen und christlich-antisemitischen Boden.
Die gleichsam metaphysische Grundbedingung ist eine existentielle Gefahr für Juden und Moslems.
Die geschichtliche Bestätigung oder Durchsetzung einer Wahrheit bedarf der Intervention Gottes und der sonst ohnmächtigen Erfahrungsintelligenz des Menschen.
Die Söhne Abrahams sollten aus ihrer Not eine Tugend machen und sich gegen ihre gemeinsamen Feinde wenden.
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