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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...

2001-10-03

Avram Kokhaviv

Bestandsaufnahme und Klarstellung

Die Botschaft lautet:

1. Hände weg von Israel!

2. Hände weg vom Islam!

3. Verflucht ist, wer Israel flucht.

4. Der Krieg gegen den Islam ist ungerecht.

Das alles bleibt bestehen. Zu den Grundsätzen ist wenig zu sagen.

Stellungnahmen zur aktuellen Situation wirken mitunter wie Opportunismen. Was geschehen ist, mußte geschehen. Wer überrascht wurde, hatte nur die Zeit verschlafen.

Der Kampf gegen den Terror, der die Welt jetzt bewegt, ist für Israel nichts Neues. Man durfte erwarten, daß die Welt in der neuen Situation die alten Sorgen des jüdischen Staates verstünde.

Indessen ist die große Koalition dabei, das kleine Israel zu übersehen und zu vergessen. Israel gerät - wie die Taliban - in die Isolation.

Der Anti-Terror-Bund ist auf islamische Hilfe angewiesen, und die islamischen Staaten wehren sich gegen ein Bündnis mit Israel.

Die amerikanische Politik ist darauf bedacht, die islamische Welt zu spalten - in die Bösen und die Guten. Jeder möchte zu den Guten gehören, denn die Strafe für die Bösen wird schrecklich, mithin terroristisch sein.

Um die Weltkoalition nicht zu gefährden, wird Druck auf Israel und die Palästinenser ausgeübt, sich endlich zu befrieden.

Zur gleichen Zeit geht der Terror gegen Israel weiter, doch dieser Terror wird von der Koalition als Terror nicht anerkannt.

Das Gesamtbild stellt sich nun so dar, daß nicht nur Amerika und die islamischen Staaten, sondern natürlich auch Europa und die übrige Welt, in vorderster Front Rußland, China und Indien ihren Kampf gegen den Terror von Osama bin Laden und seiner Al-Qaida aufgenommen haben, während ein paar kleine und offenbar nun unwichtige Mitspieler an den Rand und unter die Räder kommen.

Ausgeschlossen werden vor allem die Terroristen, die allerdings als ein Phantom umhergeistern, weil keiner sie wirklich kennt. Die Täter von Manhattan und Washington sind sowieso tot, und was jetzt bekämpft werden soll, ist eine überdimensionale Ungewißheit.

Ein paar Gewißheiten bleiben:

1. Der Nahe Osten wird in die zweite und dritte Reihe gestellt. Vor allem Israel ist dadurch benachteiligt.

2. Das Bündnis mit Rußland, China und Indien bringt viele kleine Völker, die sich gegen ihre Unterdrückung wehren, in große Schwierigkeiten.

Die Tschetschenen, eben noch ein Volk, das um seine Freiheit kämpft, sind von heute auf morgen Terroristen geworden, frei nach der Sprachregelung Moskaus, denn Rußland ist nun mal Mitglied der großen Koalition, in die jeder seine speziellen Probleme und Anliegen einbringt.

Dieser großen Interessenlage steht jetzt eine kleine Interessenlage gegenüber, die nur noch definiert werden muß.

Wenn die kleinen Ausgeschlossenen erkennen, daß sie etwas Wichtiges verbindet, nämlich in dieser historischen Stunde isoliert und in großer Gefahr zu sein, dann haben wir eine lebenswichtige Konvergenz vor uns.

Israel und die Palästinenser, Taiwan und die Tschetschenen, die Albaner und die Iren, die Basken, die Korsen, die Bosnier, Taliban und Talmudim, Afghanen und Tibeter, die Kashmiri, die an den Rand Gedrängten der Globalisierung.

Die große Koalition hat einen Geburtsfehler: In ihr sammelt sich alles, was die Rache der Amerikaner fürchtet, darunter viele Diktaturen, Despotien, Totalitarismen. All das wird auch wieder auseinanderlaufen, wenn der Druck nachläßt.

Die Hebräer Israels müssen sich auf den toranischen Auftrag besinnen: die Botschaft vom Sinai unter die Völker zu tragen. Sie müssen erkennen, daß der Islam in seinen extremsten Ausprägungen der geeignete Bündnispartner im Kampf gegen die heidnischen Lehren und Religionen ist.

Die radikalen Moslems müssen die Juden erinnern, daß die Torah die gemeinsame Quelle ihres Kampfes, daß der Bruderkrieg zwischen den monotheistischen Religionen im Interesse ihrer gemeinsamen Feinde stattfindet und schleunigst aufhören muß. Die radikalsten Hebräer sollten zum Islam konvertieren.

Alle Kräfte, die heute aus der Sicht der großen Koalition zu den Terroristen gezählt werden, sind die potentiellen Bündnispartner des terroristischen Israel.

Nicht nur Israel ist vergessen und verraten worden. Die Vergessenen und Verratenen müssen sich gegenseitig unter die Arme greifen, denn wir gehen sehr ernsten und harten Zeiten entgegen.

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