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Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
2001-09-28
Dagegen ist nichts zu sagen, daß nämlich das organisierte Verbrechen in die Globalisierung gehört, von ihrer wirtschaftlichen Seite nicht mehr unterschieden werden kann; daß der Staat als Institution darein verflochten ist, die Banken und Wirtschaften am Geldgeschäft beteiligt sind; daß Geld nicht stinkt, man ihm also nicht anmerkt, aus welchen Quellen es stammt.
Auf einen Nenner gebracht: Der Staat, der den Kampf gegen das international organisierte Verbrechen gegenorganisiert, der die milliardenschwere Mafia-Kriminaliät bekämpfen will, hat das Wesen dieses Verbrechens nur noch nicht begriffen.
So mag es auch anstehen, daß ein Land wie die Schweiz eine gute Tat zu tun glaubt, wenn sie Polizei und geheime Spezialisten rüstet, weil dieses Land irgendwie noch nicht in unserer Zeit angekommen ist. Das tragische Scheitern des Undercover-Agenten Tato geht auf dieses Konto.
Ein Staat, der das große Verbrechen bekämpft und dennoch up to date ist, führt den Feldzug gegen sich selbst mit bewußt eingeschränkter Effizienz und hauptsächlich als Maßnahme innenpolitischer Selbstrechtfertigung.
Die technische Ausrüstung von Sondereinheiten schafft sogenannte Arbeitsplätze, öffnet Türen und Tresore zum Finanzhaushalt.
Die illegalen Drogen sind ohne Inanspruchnahme der wissenschaftlichen und technischen Einrichtungen der - legalen - pharmazeutischen Industrie nicht zu gewinnen, nicht herstellbar. Die legale Industrie garantiert die Qualität der illegalen Ware.
Die legalen Aktienpakete, die mit illegalen Geldern angekauft werden, sind nicht zu zählen. Legale Wirtschaft und illegale Wirtschaft sind nicht nur eine Symbiose eingegangen, sie sind voneinander nicht mehr zu unterscheiden, sie sind eins.
Die Antidrogen-Politik ist vor allem ein rigoroses Konkurrenzverhalten im globalen Wettbewerb, das die Moral nur vorschiebt.
Die amerikanische DEA ist ein nationales Kampfinstrument, eine Kriegsorganisation, die die Aufgabe hat, das Volk der Vereinigten Staaten vor Schaden zu schützen, nicht jedoch, das Drogengeschäft an sich aus der Welt zu schaffen.
Drogen sind eine Waffe zu Verwirrung, Entmündigung und allmählicher Paralysierung feindlicher oder rivalisierender Völker. Waffen werden nicht abgeschafft, sondern eingesetzt. Der Waffenhandel - legal oder illegal - blüht, und es geht immer nur um die Frage, wer die Waffen gegen wen richtet und wer das Geschäft macht.
Fausto Cattaneo lüftet die Hintergründe einiger Fälle, schildert Gefahren und Schwierigkeiten, beklagt und beschreibt die ewigen, wie programmierten Teilerfolge, die Behinderung und Verhinderung wirklich durchschlagender Ermittlungsarbeit.
Tato ist ein Mann von gestern, der für das Gute kämpft und sich wundert, wenn ihm bei der Bekämpfung des Bösen immerfort Knüppel zwischen die Beine geworfen werden.
Die inzwischen international bekannt gewordene Staatsanwältin Carla Del Ponte begnügte sich nur allzu gern mit lächerlichen Teilergebnissen, weil es gar nicht auf den Erfolg, sondern auf seine Sichtbarkeit ankam.
Inzwischen ist sie in Den Haag Chefanklägerin, wo sie sich bei der Bekämpfung der Kriegsverbrechen in der Welt genauso selektiv verhalten wird wie bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität.
Es kommt eben immer darauf an, wer die Verbrechen an wem begeht, wie stark die eine oder wie schwach die andere Seite ist. Man glaube nur nicht, daß diese Art von Gerichtsbarkeit das Recht der Schwachen vertrete.
Eine gerechte Fragestellung würde ihr Augenmerk auf die Verbrechen richten, die regelmäßig ausgelassen und nicht verfolgt, ja nicht einmal erwähnt werden.
Ein Nachtrag:
Tato nach den Anschlägen
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