|
Wo lassen Sie denken Où laissez-vous penser? Rent a brain...
2001-07-30
Die Parteispendenaffäre wäre bis heute unaufgeklärt, hätte Helmut Kohl nicht seine Geschichte im Fernsehen erzählt. Er war der erste und einzige Aufklärer in dieser bis heute undurchschauten Politsatire.
"Sein Mädchen" Merkel wollte den Mann gleich noch wegen Veruntreuung und Parteischädigung herankriegen, weil für ordentlich registierte Parteispenden der Staat die Hälfte des Betrages zuschlägt, was ich als eine gesetzlich geregelte Veruntreuung von Steuergeldern und Betrug am Wähler einstufen würde.
Kohls Verhalten hat die Steuerzahler verschont, dafür sollte er belobigt werden. Ohne Schweigeverpflichtung hätte die Partei ohnehin keinen Pfennig bekommen. Helmut Kohl gab sein Ehrenwort und hat es gehalten.
Nun wird ihm vorgeworfen, gegen das Gesetz verstoßen zu haben, und das wird von Kohl auch gar nicht in Abrede gestellt. Welch ein Gesetz, das heute so und morgen ganz anders lauten kann?
Was ist dagegen ein Ehrenwort!
Natürlich hat Kohl in der Sache eine gewisse Laxheit an den Tag gelegt, könnte man sagen. Warum sagt er nicht, was er weiß? Weil er kein Verräter ist. Weil er sein Wort gegeben hat!
Das Ehrenwort eines Mannes ist ein Wort vor Gott. Es steht höher als jede Menschensatzung, höher als jedes Gesetz, das Menschen sich ausgedacht haben, um ihre täglichen Dinge zu regeln.
Ein Ehrenwort, das ist: Du sollst Gott mehr gehorchen als den Menschen. Daran hat Kohl sich gehalten. Dafür ist er verleumdet worden.
Die Geschichte macht seither - seit Helmut Kohl nicht mehr die deutsche Politik bestimmt - einen großen Bogen um Deutschland.
Daß Kohls Stasi-Akte nun gegen Kohl gewendet, daß die Stasi mithin noch einmal gegen Kohl tätig werden soll, ist mehr als ein Omen.
Wie auf Kohls juristische Abwehr reagiert wird, daß man jetzt alle Akten-Zugänge schließen möchte, ist ein Scheinmanöver, um das zu tun, was ohnehin getan werden sollte: sämtliche Täter- und Spitzelakten bleiben unter Verschluß. Zu viele Bundesbürger fanden sich bereit, die Demokratie an die Diktatur zu verkaufen. Das soll niemand erfahren.
Doch da gibt es ein Problem, mit dem niemand gerechnet hat. Markus Wolf, der Auslands-Spionage-Chef der DDR, überließ bei Ladenschluß 800.000 Stasi-Akten dem israelischen Mossad. "Mischa" fuhr zweimal, angeblich um seine Einwanderung einzuleiten, mit großem Gepäck nach Israel, wo er die geheimen Unterlagen über Mitarbeiter sämtlicher Ostblock-Geheimdienste, Agenten und Doppelagenten, persönlich abgeliefert hat.
Israelische Intelligence weiß nun mehr über Deutschland als die Bundesregierung. Israel kennt die Klarnamen der KGB- und Stasi-Agenten.
Während also die Deutschen sich gründlich die Köpfe über Dosenpfand und Weltklimakatastrophen zerbrechen, verändern andere das politische Klima, geben der Politik Hand und Fuß, machen ganz leise Nägel mit Köpfen, so leise, daß die deutschen Mystagogen bald wieder ein Grübel-Thema haben werden.
Israel gliedert seine Auslandsbeziehungen neu. Der alte Rußland-Draht ist vitalisiert worden. Israel hat in den vergangenen zehn Jahren gute Arbeit geleistet, seine high-tech-Waffen sind begehrt. Wenn der Islamismus glaubt, sich den Staat Israel und das jüdische Volk zum metaphysischen Feind machen zu können und zu sollen, darf er sich nicht wundern, wenn die metaphysischen Feinde des Islams, also zum Beispiel der Kasten-Staat Indien, sich als politische Freunde und Interessenpartner Israels anbieten. Selbst das große China ist heute an dem kleinen Israel interessiert, weil es in Qualitätsfragen nicht um Mengen, sondern ums know-how geht. Die indischen Kasten-Gegensätze müssen einem nachdenklichen Juden kein neuer Albtraum sein, der dem alten noch etwas hinzufügen könnte. Die Juden sind von ihren Feinden stets als Kaste behandelt worden. Brahmanische Weisheit hat einen hebräisch lesbaren Bestimmungsnamen. Die israelisch-türkischen Beziehungen - zudem - beeindrucken jeden Militär- und Sicherheitsexperten.
Den Neugliederungen geht ein neues Verstehen voraus. Der neue US-Präsident hat schon vor seiner Amtseinführung die Kontakte zum katholischen Lateinamerika gepflegt. Seine erste Europa-Reise führte ihn direkt nach Spanien, wo er herzliche Beziehungen zum Königshaus aufnahm und mit dem Ministerpräsidenten Aznar wie mit dem König und der Königin spanisch parlierte - nicht zuletzt über Süd- und Mittelamerika.
Die nordeuropäische Szene ist so selbstbezogen beschränkt und unwissend, daß sie nicht einmal merkt, wann für sie die Stunde schlägt. Die Rowdy-Manieren der deutschen Medien wider den amerikanischen Präsidenten sind in der gebildeten Welt gebührend aufgenommen und benotet worden. Gruppenfotos der internationalen Spitzenpolitiker zeigen, was heute anders ist als zu Kohls Zeiten.
Die amerikanische Europa-Politik setzt ganz offensichtlich auf die katholischen, vornehmlich südlichen Länder. Berlusconi, der das Raketenabwehr-System befürwortet, ist ein Favorit der neuen Politik Amerikas unter George W. Bush, dessen Papst-Besuch einen hohen politischen Stellenwert hat, der bis nach Kuba reicht.
Wenn Europäer, besonders die Deutschen, glauben, mit den Russen gegen die USA kungeln zu können, so wird ihnen zuletzt die Erkenntnis bleiben, daß Rußland nach höchsten Würden strebt und Deutschland dabei allenfalls als Steigbügelhalter, Stallknecht und Kassenwart dienen kann. Putin macht sich Bush gleich. Rußland will zur ersten Garnitur gehören. Mit China ist es nicht anders. Deutschland mag den Transrapid ins Reich der Mitte liefern, als politisches Kaliber hat es momentan keine Chance.
Bush war in Polen, in Slowenien, warum nicht in Deutschland, nicht in Frankreich? Die großmäulige Klimasturz-Republik sah Amerika bereits außerhalb der menschlichen Gesellschaft, weil es den Öko-Irrsinn nicht mitmacht. Schon kann man sehen, daß die deutsche Politik gemeinsam mit der französischen sich von der übrigen Welt abkoppelt.
Die europäischen Kernländer scheinen soeben den Zug zu verpassen.
kokhaviv publications > NewCatch > online exclusive
© Copyright 2001 kokhaviv publications